Konzert zum runden Heinersdorfer Orgel-Jubiläum

Heinersdorf. Der 100 (moz) Geburtstag der Sauer-Orgel Opus 111 in der Heinersdorfer Kirche wird am Sonntag mit einem Konzert gewürdigt. Nach zehnjähriger Restaurierungsphase erklingt das Instrument in alter Schönheit.

Freuen sich: Pfarrerin Ruth Schönfeld, Hannelore Dörschmann, Hannegret Richter, Dr. Gabriele Breitenstein und Annegret Huth (v.l.) vor der restaurierten Heinersdorfer Orgel.
© Cornelia Link

1911 hatte die Frankfurter Orgelbau-Firma Sauer ihr 111. Instrument in der Heinersdorfer Kirche errichtet ausgestattet mit pneumatischer Kegellade, zwölf Registern verteilt auf zwei Manualen und einem Pedal und hunderten Pfeifen. Den als romantisch grundtönig betitelten Klang des Instrumentes hörte man im Dorf aber lange nicht mehr. "Nach Kriegsende war die Orgel in einem desolaten Zustand, nicht mehr bespielbar", sagt Dr. Gabriele Breitenstein. Seit 1979 lebt sie in Heinersdorf. "Musik kam immer vom Rekorder, ich habe das Instrument nie klingen gehört." Um die Restaurierung zu ermöglichen, gründete sich im Anfang 2001 der Verein Freundeskreis Sauer Orgel Opus 111 Heinersdorf. Breitenstein warb als Vorsitzende mit 15 Mitgliedern auf allen Ebenen um Geld, sammelte große und kleine Spenden und machte Arbeitseinsätze. Außerdem wurden jedes Jahr drei Konzerte veranstaltet. In mehreren Bauabschnitten wurde die Orgel durch Firma Sauer seither restauriert - und ist nun fertig.

Die Gesamtausgaben belaufen sich auf 72 500 Euro. Neben Fördergeld von der Unteren Denkmalschutzbehörde, der EKU und des Konsistoriums der evangelischen Kirche sowie Spenden aus der Partnergemeinde Altwied (bei Koblenz) in Höhe von 28 500 Euro gelang es dem Verein die restlichen 44 250 Euro aus Einzelspenden zusammen zu tragen. "Das Geld kam nicht nur von Kirchenmitgliedern, sondern auch von Menschen, die alte Traditionen im Dorf bewahren wollten", so Breitenstein und fügt an, sogar der Lionsclub Berlin-Brandenburger Tor habe jüngst 700 Euro gespendet. "Allen Unterstützern sind wir unendlich dankbar."

Mit einem Fest würdigt man die 100-jährige, wieder-erklingende Orgel an diesem Sonntag, um 14.30 Uhr in der Kirche. Nach einer kurzen Andacht lässt Fahrradkantor Martin Schulze an der Orgel mit musizierenden Kindern aus dem Vorwerk einige Instrumentalstücke verschiedener Jahrhunderte erklingen. Danach gibt es Kaffee und Kuchen im Raum des Freundeskreises. Spenden werden weiter gesammelt jetzt zur Sanierung von Kirche und Schloss. Darum will sich der Verein nun vorrangig kümmern mit vielen Aktionen, Veranstaltungen und Konzerten. Deshalb benennt sich der Freundeskreis in diesem Jahr auch noch um in Verein Denk-Mal-Kultur Heinersdorf.

Märkische Oderzeitung/Web-Magazin vom 20. Mai 2011

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