Spender gesucht

BAUEN: Noch fehlt eine Menge Geld für die Sanierung der Neuruppiner Klosterkirche

NEURUPPIN - Es ist eine schwere Aufgabe, die die Gerüstbauer zu lösen haben. Bis in 66 Meter Höhe müssen die Türme der Klosterkirche in den kommenden Wochen eingerüstet werden. Das Gerüst wird hoch und schwer. So schwer, dass es gut verankert werden muss, um sicheren Halt zu bieten. Wie genau das zu machen ist, wollen sich einige Gerüstbauer in dieser Woche vor Ort anschauen.

Eigentlich sollten die Arbeiten längst begonnen haben. Im März hätte die Evangelische Gesamtkirchengemeinde am liebsten losgelegt. Doch noch immer sind entscheidende Fragen nicht geklärt, allen voran die der Finanzierung. Mehr als eine Million Euro wird allein die Reparatur der dringendsten Schäden in diesem und im nächste Jahr kosten. Wenigstens 150 000 Euro davon muss die Gemeinde selbst aufbringen. Das ist nur ein kleiner Anteil, aber auch der ist schon ein riesiges Problem.

Neben etlichen kleinen Benefizaktionen sind in diesem Jahr zwei große geplant. Die erste findet schon am Sonnabend, 21. Mai, statt. Drei Neuruppiner Chöre laden ab 19 Uhr zu einem gemeinsamen Benefizkonzert in der Klosterkirche ein. Mit dabei sind der A-cappella-Chor, der Kammerchor Chorisma aus der Siechenhauskapelle und die Ruppiner Kantorei. Die gesamten Einnahmen des Abends fließen auf das Spendenkonto für die Kirche.

Die zweite Aktion ist für Sonnabend, 22. Oktober, geplant: Eine große Spendenmatinee, die vom Vormittag bis in die Nacht dauern soll. Bei einer Auktion will die Gemeinde exklusive Spenden von Künstlern, Musikern und anderen Unterstützern der Klosterkirche an den Mann bringen. Versteigert werden Kunstwerke wie Bilder und Skulpturen, aber auch exklusive Chorauftritte oder Theateraufführungen zum Beispiel im privaten Rahmen oder bei einer Firmenfeier. Die Spenden sollen nicht verramscht werden; die Gemeinde rechnet mit stattlichen Geboten, entsprechend professionell wird die Auktion vorbereitet. Ein Katalog mit allen Objekten ist gerade in Arbeit. Parallel dazu ist am selben Tag in der Klosterkirche eine Tombola geplant mit Lospreisen, die sich jeder leisten kann, der die Sanierung der Kirche unterstützen will.

Die Stadt Neuruppin verhandelt gerade noch mit dem Land über Fördermittel. 400 000 Euro erhofft sich die Kirchengemeinde insgesamt, knapp die Hälfte der gesamten Baukosten in diesem und im nächsten Jahr. Einen Zuschuss von 200 000 Euro hat das Land schon zugesagt, bestätigt Neuruppins Kulturdezernent Thomas Fengler. Die zweiten 200 000 Euro "befinden sich noch in Prüfung".

Eine Entscheidung über die Fördermittel ist wichtig für den Baubeginn. So lange kein Förderbescheid vorliegt, dürfen sich Gerüstbaufirmen die Baustelle zwar ansehen. Die Kirchengemeinde darf aber keinen Auftrag vergeben.

Spenden für die Sanierung der Neuruppiner Klosterkirche können auf das Konto 1 730 006 368 bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, Bankleitzahl 160 502 02, eingezahlt werden. (Von Reyk Grunow)

Märkische Allgemeine vom 04. Mai 2011

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