Viel Kultur für ein neues Kirchendach

Wulfersdorf (moz) Der Förderverein Dorfkirche Wulfersdorf hatte als Saisonstart zu einem Ostermontagskonzert eingeladen, und die kleine Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Wieder spielte die in der Region beheimatete Gruppe Sitramé, diesmal zusammen mit der RäuberBand aus Kossenblatt.

 
Gastierten in Wulfersdorf: Die Gruppe Sitramé und die RäuberBand aus Kossenblatt spielten in der Kirche.
© Lang

Im Altarraum war ein Sammelsurium von Instrumenten vereint, die auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen wollen: eine Violine, eine Bratsche, ein Akkordeon, eine Blockflöte, drei Gitarren, eine Harfe, ein Keyboard und diverse Trommeln. Gespielt wurden sie von zwei Profis der Gruppe Sitramé und von acht "Räubern", benannt nach der "Wegelagerersiedlung" in Kossenblatt. Wie Jörg Bogadtke, der "Räuberhauptmann", erklärte, handelt es sich bei den Musikern um eine Vereinigung von Nachbarn aus Kossenblatt und Umgebung, die sich als Freizeitmusiker immer freitags zum Proben zusammenfinden. Was sie vereint, sind vor allem keltische Folklore irischer und bretonischer Ausprägung sowie deutsches Volksmusikgut. Aus Deutschland erklang zum Beispiel die "Schiefmaulpolka", ein altdeutscher Tanz. Es ist erstaunlich, wie mit den einfachsten musikalischen Mitteln eine stimmungsvolle Musik entstehen kann.

Im vorigen Jahr hatte der Förderverein sieben Veranstaltungen durchgeführt, über die er Spenden für den baulichen Erhalt der rund 700 Jahre alten Kirche einwerben will. Zu den Höhepunkten zählte ein Nachmittag mit dem Concento-Quintett aus Mitgliedern der Anhaltischen Philharmonie Dessau. Auch die LOS Gospel Singers waren dabei. Für die Breite des Angebots spricht die Filmvorführung "Hölderlin" in Anwesenheit des Regisseurs Herrmann Zschoche.

Durch Spenden, darunter allein 5000 Euro von Günter de Bruyn aus Görsdorf, sind bis jetzt rund 10 000 Euro zusammengekommen. Davon wurde durch die Sieversdorfer Firma Scheffler die Orgel wieder bespielbar gemacht und das Gebläse überarbeitet. "Am nötigsten ist jetzt die Reparatur des Daches", schaut die Vereinsvorsitzende Gisela Werner sorgenvoll nach oben. "Da hilft kein Flicken mehr."

So wird es in diesem Jahr auch noch mindestens sechs Veranstaltungen geben. Zwei stehen schon fest: Am 16. Juni singt zum zweiten Mal der Dorfchor Sieversdorf. Günter de Bruyn wird in das Konzert einführen. Am 14. Oktober ist der Männerchor Beeskow in der kleinen Wulfersdorfer Kirche zu Gast.

Märkische Oderzeitung vom 25. April 2011

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