Ein Platz für ganz Bechlin

DORFLEBEN: Der Förderverein will aus der alten Kirche einen Ort für alle machen

BECHLIN - Mit einem solchen Andrang hatte Andreas Schulz gar nicht gerechnet. Es kommen immer einige Leute aus dem Dorf, wenn der Förderverein der Bechliner Dorfkirche zum Putzen einlädt. Am Sonnabend kamen aber mehr als 20 Helfer. Da waren die Kirchenputzer viel schneller fertig, als eingeplant war.

Dabei gibt es eigentlich noch genug zu tun rund um die kleine Dorfkirche von Bechlin. "Das soll ja eigentlich mal eine Art Park werden", sagt Ruth Neumann und zeigt auf die Wiese vor der Kirche. Ein Ort, an dem die Bechliner sich im Frühjahr und Sommer zum Feiern unter freiem Himmel treffen können. Ruth Neumann erinnert sich noch, wie es dort einmal aussah. Seit Jahren arbeitet der Förderverein an dem Plan: "Früher konnte man die Kirche von der Straße aus nicht einmal sehen." Gestrüpp versperrte die Sicht. Hinter der Kirche war das Buschwerk so dicht, dass kaum ans Durchkommen zu denken war.

Das können sich Besucher heute kaum vorstellen, längst ist der Blick frei. Am Sonnabend haben die Helfer unter anderem die Reste alter Steineinfassungen von Gräbern entfernt, die im Weg lagen. Die Tiefbaufirma Schulz aus dem Ort kam mit schwerer Technik zu Hilfe; ohne die hätten die Männer mit den Steinen ihre Mühe gehabt.

Der Einsatz für die Dorfkirche wird honoriert, wenn auch nicht mit Geld. Vor einer Woche wurde in Bechlin nach langer Zeit wieder eine Taufe gefeiert. "Eine Hochzeit wird es auch geben", sagt Ruth Neumann. "Die hatten wir seit vielen Jahren nicht mehr."

Auch Naturschützer interessieren sich für die alte Kirche. Das alte Gemäuer bietet Tieren einen Unterschlupf, die es an anderen Orten längst nicht mehr gibt. Vor wenigen Tagen waren einige Helfer in Bechlin und haben Brutkästen für Dohlen und Eulen angebracht.

Die Kirche soll für den gesamten Ort da sein, das zeigt sich auch bei den Veranstaltungen. Zwei Konzerte sind geplant, am 28. Mai gibt es Musik von Klassik bis Pop, im September kommen die Bolschoi-Don-Kosaken. Und im Sommer will der Förderverein Spiele der Frauen-Fußball-WM zeigen. Am 28. November wird wieder geputzt. (Von Reyk Grunow)

Märkische Allgemeine vom 18. April 2011

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