Fassade, Fenster und die Kapellen

SANIERUNG: Die diesjährigen Arbeiten an der Sankt-Marien-Andreas-Kirche sollen im Sommer beginnen

RATHENOW - Nach Jahren, in denen der Wiederaufbau der Sankt - Marien - Andreas - Kirche in großen Schritten voran kam, steht 2011 ein etwas weniger umfangreicher Bauabschnitt an. Weniger wichtig sind die geplanten Arbeiten aber trotzdem nicht. Vorgesehen ist die Sanierung der Fassade des Hauptschiffes, mit dazu gehört hierbei die Erneuerung der Fenster. Wie Pfarrer Andreas Buchholz dieser Zeitung sagte, geht in der nächsten Woche die Ausschreibung der Aufträge zu Ende. Im Sommer sollen die Arbeiten beginnen.

Für die Sanierung der Fassade stehen 200 000 Euro zur Verfügung. Eigentlich hatte sich die Kirchengemeinde 300 000 Euro vorgestellt. Doch weil dieser Betrag nicht zusammen kam, musste das Projekt ausgedünnt werden. 80 000 Euro aus dem Staats-Kirchen-Vertrag des Landes hatte Staatssekretär Martin Gorholt vor wenigen Tagen überbracht. Weitere 80 000 Euro bringt der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt- Marien - Andreas - Kirche auf. 20 000 Euro kommen vom Kirchenkreis Nauen-Rathenow und 20 000 Euro gibt die Landeskirche. Die Fassade der Sankt-Marien - Andreas-Kirche ist dieses Jahr das einzige Projekt im Kirchenkreis Nauen - Rathenow, das die Landeskirche mit einer Geldzuwendung unterstützt.

Wie Pfarrer Andreas Buchholz sagt, hat der Gemeindekirchenrat bislang noch nicht entschieden, wie genau die neuen Fenster ausgeführt werden sollen. Entweder gibt es eine einfache Bleiverglasung, die mit nicht rostendem Draht nach außen gesichert wird, oder es werden gleich gesicherte Bleiglasfenster eingebaut. Die Fassade selbst wird gereinigt, neu verfugt und die stark beschädigten Steine werden ausgetauscht. Vorgesehen ist zudem, dass zwei Türen, die nach 1945 zugemauert wurden, jetzt wieder neu geschaffen werden. Je eine der beiden befindet sich auf der Nord- bzw. Südseite in der Nähe zum Chorraum.

Ob das Geld reichen wird, um auch die Fenster der Marienkapelle auf der Nordseite und der Andreaskapelle auf der Südseite zu erneuern, ist noch nicht klar. Sicher ist aber, dass beiden Kapellen jetzt viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Unabhängig von der Fassadensanierung sollen in diesem Jahr wieder Gewölbe in die Marienkapelle eingebaut werden. 40 000 Euro sind dafür vorgesehen und die gesamte Summe bringt der Förderkreis zum Wiederaufbau der Kirche auf.

"Als Raum der Stille ist die Marienkapelle bisher immer gut angenommen worden", sagt Pfarrer Buchholz. "Wir freuen uns, dass deren Gewölbe und die Fassade in diesem Jahr gemacht werden können." Auch der Andreaskapelle auf der Südseite wird in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit zuteil. Weil deren Spitze, die aus Ziegeln gemauert ist, nicht richtig dicht war, ist ihr Inneres seit Jahren von eindringender Feuchtigkeit beeinträchtigt. Früher einmal als Sakristei genutzt, soll die Andreaskapelle in diesem Jahr wieder für eine Nutzung hergerichtet werden. Deren Gewölbe sind durch die Kriegseinwirkungen nicht zerstört worden und noch vorhanden. Welche Kapelle nach der Sanierung dann für welche Zwecke genutzt werden soll, wird noch entschieden. (Von Bernd Geske)

Märkische Allgemeine vom 15. April 2011

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