Stüdenitz sammelt 1000 Sterne

DENKMALSCHUTZ: Spendenaktion soll Dorfkirche nach und nach wieder bunt machen

 
Die einst goldenen Sterne auf blauem Grund sind nur noch zu erahnen.
Foto: Alexander Beckmann

STÜDENITZ - 500 Sterne glänzen an der Wand der Stüdenitzer Winterkirche. Platz wäre aber für mindestens noch einmal so viele. Dass das nicht mehr lange so bleibt, hofft Pfarrer Henning Utpatel. Seit November sucht die Stüdenitzer Kirchengemeinde "Sternenpaten" für den Altarraum des Gotteshauses. Dort soll möglichst bald die ursprüngliche Farbgestaltung wieder hergestellt werden. Und dazu gehören an der Decke eben rund 1000 goldene Sterne. Für je 10 Euro können Spender so einen Stern kaufen, etwas für das Haus tun und sich darin verewigen lassen.

"Vor etwa 50 Jahren ist hier alles überpinselt worden", berichtet Pfarrer Utpatel. Statt einheitlich gräulich-weiß waren die Wände bunt und strukturiert. "Vor allem hatten sie oben dieses farbige Fries mit den Drachen." An der Ostseite der Kirche ist diese Gestaltung seit dem vergangenen Jahr bereits wieder hergestellt. Alte Fotos und die Befunde von Restauratoren bildeten die Grundlage. "Aber im Altarraum ist es sehr schwierig", so Utpatel. Von der alten Ausmalung sei kaum etwas erhalten geblieben. Nur noch vermuten lasse sich, dass es an den Wänden einst Darstellungen der Evangelisten und ein größeres Wandgemälde gab. "Auch das kennen wir nur von alten Fotos."

Der Altarraum soll trotzdem möglichst noch in diesem Jahr wieder bunt werden. 45 000 Euro sind dafür veranschlagt. Die Gemeinde hat also auch Fördermittel beantragt beispielsweise bei der Sparkassenstiftung. Danach kann dann der Rest des Innenraums folgen. "Wahrscheinlich wird es so sein, dass wir die Seitenwände und die Orgelseite in einem Schritt machen können. Die sind schlichter."

Aufwändig, das zeichnet sich schon ab, wird jedoch die Restaurierung der Kanzel. "Die war auch bunt. Die Apostel waren mit Gold, Rot und Blau geschmückt", weiß Utpatel. "Jedenfalls nicht grau." Mit Farbe allein wird es dabei aber nicht getan sein. "Es fehlen uns drei Apostel. Dafür suchen wir noch geeignete Vorbilder für Nachbildungen." Offenbar sind die Terrakottafiguren aus dem 19. Jahrhundert bronzenen Verzierungen eines Grabmals aus dem 16. Jahrhundert in der Nürnberger St.-Sebaldus-Kirche nachempfunden und waren einst recht verbreitet. Utpatel recherchiert nun, ob sich noch irgendwo geeignete Gussformen finden.

Spenden können auf das Konto 15 59 74 90 16 des Kirchenkreises Kyritz, BLZ 350 601 90, unter dem Kennwort "Spende Sterne Stüdenitz" überwiesen werden. (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 04. April 2011

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