Erster Schritt zur Rettung der Briesener Fresken

BRIESEN Mit dem Abschluss der ersten Arbeiten an der Kirche in Briesen sind die Chancen gestiegen, die mittelalterlichen Fresken im Inneren zu erhalten. Landesrestauratorin Mechthild Noll-Minor schätzte deren Dichte und inhaltliche Aussage als nahezu einzigartig für die brandenburgische Kirchenlandschaft ein.

 
Die raumfüllenden Fresken machen die Briesener Kirche zu etwas Besonderem im Brandenburg.
Foto: Jürgen Scholz

Durch Spenden waren in einem ersten Schritt Mauern trockengelegt, der Sockel ausgebessert und eine Drainage gelegt worden, um das Raumklima innerhalb der Kirche wieder den ursprünglichen Zuständen anzupassen. Dazu gehörte auch, dass auf der Nordseite fast 60 Zentimeter Erde abgetragen wurde, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt hatte.

In einem der nächsten Schritte soll nun mit der Reinigung und dem Schutz der Fresken begonnen werden. Vor allem der Gebrauch von Zement bei Sanierungsarbeiten in den 1950er-Jahren habe eine schädigende Wirkung auf den Innenputz ausgeübt, so Mechthild Noll-Minor. Dadurch seien Salze freigesetzt worden, die die Gemälde schädigen - eine "tickende Zeitbombe". Der Zement in den Pfosten für die einstige Empore müsse entfernt werden. Die chemische Reaktion könne gestoppt werden. "Es wird aber keine farbliche Retusche geben", betonte sie. Teilweise sind die ehemaligen Farben verblasst. Aus leuchtendem Rot wurde ein Schwarz-Braun. Einige Farben, wie manche Blautöne, seien verloren. Dies sei ein normaler Prozess über die Jahrhunderte. "Die Bilder werden besser ablesbar sein", stellte sie in Aussicht. Gegebenenfalls könne der Grauschleier reduziert werden.

Zu Kosten machte sie keine Aussage. Auch der Förderverein für die Restaurierung der Briesener Kirche hüllte sich dazu in Schweigen, ist aber weiterhin auf Spenden angewiesen.

Die ersten Sanierungsschritte wurden vor allem durch Spenden von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, Unternehmen, Privatpersonen und der Kirchenleitung ermöglicht, sodass 53 000 Euro zusammenkamen. Die Summe werde "erheblich sein", so Fördervereinsvorsitzender Klaus Heinrich. Dass die Briesener Kirche eine große Bedeutung innerhalb der Kirchen im Land Brandenburg hat, unterstrich Landeskonservatorin Mechthild Noll-Minor. Fresken gebe es in vielen Kirchen. Aber ein so vollständiges, so reiches Repertoire, "ein solcher Kosmos von Darstellungen", das gebe es nur in Briesen.

Jürgen Scholz

Lausitzer Rundschau vom 24. März 2011

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