Der Turmbau zu Werbig rückt näher

KIRCHE: Gut besuchter Gottesdienst mit feierlicher Grundsteinlegung

WERBIG - Ein klarer, kalter Frühlingssonntag. Die Besucher in der Kirche von Werbig und um sie herum fröstelten. Heimatforscher Henrik Schulze und seine stilecht in Tracht gekleidete Ehefrau Angela gehörten zu denjenigen, die sich erst einmal alles von Außen anschauten. Zwar war die Kirche geöffnet, aber sie bot eigentlich nur Schutz vor dem beißenden Wind. Warm war es drinnen auch nicht.

Trotzdem zog es zahlreiche Besucher zum Gotteshaus hin. Schließlich stand nicht nur der übliche Gottesdienst auf dem Programm, sondern es ging auch um die Grundsteinlegung für den neuen Kirchturm. Zwischen den Besuchern, zu denen auch der Vize-Vorsitzende des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg Hans Krag zählte, wuselte Angela Schulze, Chefin des Fördervereins zum Wiederaufbau des Kirchturmes, aufgeregt hin und her.

Sie und die Mitglieder des Fördervereins erreichten an diesem Tage weiteres Etappenziel bei der Reparatur des Kirchturmes. Ihr Traum, der Kirche wieder ihren Turm zu geben, rückt immer näher. Ernst Werner, Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming, die auch als Bauherr fungierte, war ebenso dabei wie sei Bauamtsleiter Klaus Engelhardt. Pfarrer Wolfgang Scholz von der Evangelischen Kirchengemeinde Illmersdorf und damit Hausherr im Werbiger Sprengel, konnte einen Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche feiern. Musikalische Unterstützung erhielt er dabei vom Posaunenchor aus Werbig.

Mitglieder des Dennewitzer Trachtenvereins und des Heimatvereins Flämingfreunde brachten zusammen mit der noch amtierenden Flämingkönigin Ines Gärtner etwas folkloristisches Bunt in die Runde. Ines Gärtner hatte sogar ihre Teilnahme an der Leipziger Buchmesse abgesagt, um in Werbig, ihrem Heimatort, dabei zu sein. "Ich bin in dieser Kirche getauft und konfirmiert und könnte es mir nicht verzeihen, bei dieser Grundsteinlegung zu fehlen", sagte sie.

Klempnermeister Udo Schulze, der unter anderem für die Turmverkleidung verantwortlich ist, füllte die Kupferkapsel im Anschluss an die Reden von Angela Schulze und Wolfgang Scholz. Neben Bauzeichnungen, Mitgliederverzeichnis und dem Redebeitrag der Vereinsvorsitzenden, fand auch ein Beitrag über das Baugeschehen aus der MAZ seinen Platz darin. Die Kapsel wurde verlötet und danach feierlich und unter großem Beifall im Betonboden des Fundamentes versenkt. (Von Michael Helm)

Märkische Allgemeine vom 22. März 2011

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