Kirche kriegt was aufs Dach

SANIERUNG: In Buckau sind die Handwerker angerückt

BUCKAU - Diesmal soll es keine halbe Sache werden. Nach einem missglückten Versuch in den Vorjahren bekommt die Buckauer Dorfkirche ein komplett saniertes Dach. "Es gibt Ersatz für die marode Holzkonstruktionen, und die viele Jahrzehnte alten Dachsteine werden durch neue Biberschwänze ersetzt", erläutert Bauleiter Andrè Degenhardt vom Sanierungsbüro IBS in Dahlwitz-Hoppegarten.

Eile tut not. Immer wieder drang Regenwasser durch das undichte Dach. Erst half sich die Kirchengemeinde mit Eimern auf dem Dachboden aus, zuletzt verhinderte eine großflächige Folie Schlimmeres. Doch auf Dauer konnte es so nicht weitergehen. Eine der ältesten Kirchen Brandenburgs war in Gefahr. "Jetzt sind wir froh, dass die Arbeiten beginnen konnten", teilte Superintendentin Ute Mertens vom Kirchenkreis Elbe-Fläming mit. Der finanzielle Kraftakt des Kirchenkreises und der Kirchengemeinde Buckau-Dretzen wird mit 15 000 Euro unterstützt von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KIBA).

Bis Ende April soll der 1. Bauabschnitt abgeschlossen sein, um die Brutzeit der Fledermäuse, die im Gotteshaus ihre Kindestube haben, nicht zu stören. Zunächst haben Dachdecker der Firma Schandog aus Vetschau einen zwei Meter Breiten Streifen Ziegel im Traufbereich aufgenommen. Die Öffnung reicht, damit die Bautischlerei Oehnaland aus Bochow verfaulte Balkenköpfe und Anschlüsse für Sparrenfüße auswechseln kann. Erneuert werden muss der so genannte Streichbalken, der auf dem Mauerwerk am Turm aufliegt. Am Gesims sind einige Steine zu wechseln. Eine Aufgabe für die Maurer von LO-Bau aus Rogäsen. "Insgesamt aber ist das Tragwerk des Daches noch in einem guten Zustand", berichtet Bauleiter Degenhardt.

Alle Arbeiten werden in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalpflege der Kreisverwaltung erledigt. Dazu gehört auch die Auswahl der neuen Biberschwänze. Eine Wiederverwendung der vorhandenen Dachsteine ist unmöglich. "Viele von ihnen zerbröseln förmlich", so Degenhardt.

Der 2. Bauabschnitt ab September geht über das Dach hinaus. Risse im Chor und im Bereich der Apsis müssen geschlossen werden. Dafür legen Handwerker die schadhaften Stellen frei und vernadeln das Mauerwerk. Außerdem werden zehn Ankerstangen eingeführt, die Schubbewegungen vom Dach abfangen. (Von Frank Bürstenbinder)

Märkische Allgemeine vom 15. März 2011

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