Innenraum der Kirche wird saniert

RESTAURIERUNG: Arbeiten starten an der Westwand des Wilsnacker Gotteshauses

BAD WILSNACK - "Die Westwand der Wunderblutkirche ist etwas besonderes", sagt Anke Sengespeck. Die Wand gehörte ursprünglich zum Turm des Vorgänger-Gotteshauses und sei teilweise von außen zu sehen gewesen, erklärt die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates in Bad Wilsnack. An der Westseite beginnt nun die Innenraum-Sanierung. "Das ist der erste Schritt", so Anke Sengespeck. Die Instandsetzung des großen Gotteshauses, in dem diverse Feuchtigkeitsschäden Spuren hinterlassen haben, werde Jahrzehnte dauern.

In einem Ausschnitt von der Wand steht die Orgel. Links und rechts davon befinden sich hölzerne Epitaphien der Familie von Saldern. Die Bilder wurden bereits restauriert. Was fehlt, ist die Wiederherstellung der Draperiemalereien, die ursprünglich wie einen Vorhang die Epitaphien umrahmten. Die Malereien sollen ebenfalls aufgearbeitet werden, sagt Anke Sengespeck. Die gesamte Mauer werde später in einem leicht rötlichen Farbton gestrichen. "Die Farbe wurde an dieser Stelle historisch nachgewiesen." Die Restaurierung der etwa zehn Meter breiten und 24 Meter hohen Westwand kostet rund 50 000 Euro. In der Summe sind die Epitaphien nicht enthalten.

Zwei Holzfiguren, die bis zu einer Untersuchung im vergangenen Jahr auf einem ohne Leiter nicht zu erreichendem Wandvorsprung standen, geben indes Rätsel auf. "Wir wissen nicht, wer oder was sie darstellen. Sie laufen bei uns unter der Bezeichnung Apostelfiguren", sagt Anke Sengespeck. Die Figuren aus Lindenholz seien wahrscheinlich Bestandteil einer größeren Gruppe gewesen. Zwei Studenten der Hochschule für Bildende Künste Dresden widmen sich ihnen im Rahmen von zwei Diplomarbeiten. Bis Mitte des Jahres bleiben die Plastiken in Dresden.

An ihren alten Platz kehren die fragilen, kleinen Kunstwerke später nicht zurück. "Wir sind froh, dass sie die Jahrhunderte überhaupt so gut überstanden haben. Nach einer Restaurierung und Konservierung stellen wir sie in einer Vitrine aus", kündigt Anke Sengespeck an. Ihren Platz in luftiger Höhe würden Repliken einnehmen. Die Originale sollen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstanden sein. Sie wurden aber erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf dem Wandvorsprung platziert, wie sich bei einer restauratorischen Voruntersuchung der Mauer herausstellte. (Von Axel Knopf)

Märkische Allgemeine vom 02. März 2011

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