Ganze Ziegelreihen drohen abzurutschen

FÖRDERANTRAG: Sachverständige sehen große Dringlichkeit für Sanierung der Kirche Märkisch Wilmersdorf

MÄRKISCH WILMERSDORF - Der Gemeindekirchenrat Märkisch Wilmersdorf will erneut einen Antrag auf Fördermittel für die Sanierung der Kirche stellen. Im vorigen Jahr war ein solcher Antrag abgelehnt worden, weil das Geld in Kirchen fließen sollte, die sich schon in der Sanierungsphase befinden. Kürzlich trafen sich Pfarrer Stephan Michalsky, Gemeindeglieder aus Märkisch Wilmersdorf, Architekt Nils Thamm und Tina Kapp vom Baubüro des Kirchenkreisverbandes. Die Sachverständigen Nils Thamm und Tina Kapp machten sich ein Bild von der Dringlichkeit der Reparaturen. Sie konnten die Schäden am Dach der kleinen Barockkirche Märkisch Wilmersdorf aus nächster Nähe begutachten. Pfarrer Michalsky hatte eine Hebebühne geordert. Durch Löcher zwischen Dach und Turm dringt Regenwasser ein und lässt das Gebälk verrotten. Umfangreiche Untersuchungen zum Bauzustand wurden bereits Anfang der 90er Jahre durchgeführt und gravierende Schäden am Fachwerk des Turmes und am Dach des Kirchenschiffes festgestellt. Wegen fehlender Finanzen konnten die Reparaturen nicht ausgeführt werden.

Pfarrer Michalsky ist mit dieser Problematik seit neun Jahren befasst. Günter Welke vom Gemeindekirchenrat, der auch im kreiskirchlichen Bauausschuss sitzt, hatte im letzten Herbst beim Säubern der Dachrinnen zudem bemerkt, dass die unteren Ziegelschichten lose sind. Er befürchtet, dass ganze Ziegelreihen abrutschen können.

Etwa 130 000 Euro müssten für den ersten Bauabschnitt bereitstehen, für den zweiten wäre eine ähnlich hohe Summe nötig. Es wäre gut, wenn beide Bauabschnitte im kommenden Jahr realisiert würden, hieß es.

Der Förderverein Dorfkirche Märkisch Wilmersdorf hat bislang 31 000 Euro eingesammelt. Vorsitzender ist Michalsky, der anlässlich seines 60. Geburtstages auf Geschenke verzichtete und stattdessen um Spenden zugunsten des Kirchturmes gebeten hatte. 3000 Euro waren zusammengekommen. Eine schöne Summe, freut sich Sylvia Zimmermann, Ortsvorsteherin und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins sowie Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. An den Kosten der Kirchensanierung beteiligt sich mit einer großzügigen Spende auch der ortsansässige Galerist Michael Werner, ebenfalls Mitglied im Förderverein. (Von Gudrun Ott)

Märkische Allgemeine vom 17. Februar 2011

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