Viel Holz für die kleine Dorfkirche

SANIERUNG: Mitglieder des Lichterfelder Fördervereins sammeln Geld und stellen Förderanträge

LICHTERFELDE - 20 Festmeter Kiefernholz aus der kirchlichen Waldgemeinschaft werden künftig den Kirchturm und den Dachstuhl der Lichterfelder Dorfkirche verstärken. Die Waldgemeinschaft hat das Holz im Wert von rund 1000 Euro dem Förderverein gespendet, erklärte Pfarrer Joachim Boekels bei der Sitzung des Fördervereins für die Lichterfelder Dorfkirche am vergangenen Freitagabend. Die zuständige Försterin habe gesagt, dass es ja ureigenster Sinn des Kirchenwaldes sei, das Holz für die Gotteshäuser zu liefern. Jetzt sollen die Kiefernstämme im Sägewerk in Dahme zu rund zwölf Meter Bauholz verarbeitet werden.

Das Holz ist aber erst ein kleiner Anfang. Allein für den ersten Bauabschnitt der Kirchensanierung werden, so Pfarrer Boekels, grob geschätzt 50 000 Euro benötigt. "Das liegt daran, dass man bei der Lichterfelder Kirche nicht den Turm machen kann, ohne auch das Dach zu machen", sagte Boekels. Um das nötige Geld aufzubringen, wolle man jetzt Mittel bei der EU-Gemeinschaftsinitiative Leader beantragen. Der Vorteil an dieser Art von Förderung sei, dass der Eigenanteil, den die Kirchengemeinde aufbringen muss, relativ gering ist, erklärte der Pfarrer. Für das Sanierungskonzept müsse jetzt ein Gutachten aus dem Jahr 2004 überarbeitet werden. Damals wurden die Kosten für die Wiederherstellung der Kirche auf etwa 200 000 Euro beziffert. Allerdings müssen die Preise nun aktualisiert werden. Bis die Arbeiten an der Dorfkirche in Lichterfelde losgehen, wird noch einige Zeit verstreichen. "Wenn wir den Antrag jetzt stellen, kann es frühestens in zwei Jahren losgehen", sagte der Pfarrer. Momentan habe die Kirche in Schlenzer Priorität, erklärte er. "Ich hoffe, dass sich das Solidaritätsprinzip danach weiter fortsetzt." Er sei aber optimistisch, dass das Vorhaben gelinge. "Wir können diese wunderschöne Kirche wiederherstellen, wenn wir unsere Möglichkeiten bündeln", sagte der Pfarrer.

Der Förderverein hat sich im November 2009 gegründet, inzwischen zählt er 28 Mitglieder, von denen fast alle die Mitgliederversammlung am Freitag besuchten. Im vergangenen Jahr erhielt der Verein den Preis des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Dieser unterstützt Initiativen zur Rettung brandenburgischer Kirchen mit jeweils 2500 Euro. Über Mitgliederbeiträge und Spenden kamen rund 1000 Euro dazu. Außerdem organisierte der Verein ein Benefizkonzert, das zirka 800 Euro in die Kasse spülte. Das Konzert soll auch in diesem Jahr wieder stattfinden, voraussichtlich im August, kündigte der Vereinsvorsitzende Frederik van der Kooi am Freitag an. Außerdem plant er einen Trödelmarkt im Anschluss an das Konzert. (Von Angelika Pentsi)

Märkische Allgemeine vom 16. Februar 2011

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