Spenden für Wiederaufbau der Kirchturmspitze jetzt möglich

DENKMAL: Neuer Perleberger Förderverein als gemeinnützig anerkannt / Sankt Jacobi soll auch neue Glocken bekommen

PERLEBERG - Herbert Dreifke ist zufrieden. Der Vorsitzende des erst Ende November gegründeten "Fördervereins Kirchturmspitze Sankt Jacobi in Perleberg" informierte gestern bei einem Pressegespräch, dass das Amtsgericht Perleberg die Gemeinnützigkeit der Interessengemeinschaft anerkannte und diese noch vor Weihnachten ins Perleberger Vereinsregister eintrug. So konnten in den vergangenen Wochen Bankverbindungen für Spenden eingerichtet werden. Auch ein Logo wurde entwickelt, das nun Briefköpfe, Spendenbescheinigungen und Mitgliedsanträge zieren kann. Herbert Dreifke betont, dass der Förderverein von der Kirche unabhängig ist. "Wir sind, wie es auch in der Satzung steht, politisch und konfessionell neutral."

Zu den Zielen des Vereins gehört nicht nur der Wiederaufbau der Kirchturmspitze, die beim Brand im Jahre 1916 zerstört worden war. Es geht auch darum, den Treppenaufgang und den Glockenstuhl zu erneuern und neue Glocken anzuschaffen. Bis zu dem Feuer hingen fünf Bronzeglocken in dem Turm, die für ihren Klang berühmt waren. Sie gingen alle verloren. Später wurden behelfsmäßig zwei Stahlglocken eingebaut, die nach fast 100 Jahren ihren Dienst getan haben. "Stahlglocken nach 100 Jahren verstummen, Bronzeglocken singen noch nach 1000 Jahren", hieß es laut Dreifke auch jüngst in einer NDR-Fernsehsendung über die Glocken des Nordens.

Klar ist den 17 Gründungsmitgliedern, dass es sich nicht um ein Projekt handelt, das innerhalb kurzer Zeit realisiert werden kann. Denn Voraussetzung ist, dass man erst einmal genügend Geld zusammenbekommt. Wie viel davon benötigt wird, steht noch nicht fest. Derzeit sind die Vereinsmitglieder dabei, ein genaueres Konzept mit Kostenschätzung zu erarbeiten.

"Hauptzweck des Vereins ist deshalb zunächst das Einwerben von Geldern", so Vorsitzender Dreifke. Deshalb ruft er die Einwohner Perlebergs und in der Region ansässige Unternehmen auf, mit einer Spende ihre Verbundenheit mit der Stadt und ihren Baudenkmalen zu demonstrieren. Angesprochen seien alle auch die, die sonst keinen Bezug zur Kirche haben. Ebenso ehemalige Rolandstädter. Eine Aufgabe des Vereinsvorstands wird es auch sein, bei Institutionen und Stiftungen um Fördermittel zu bitten.

Bei der Spendenwerbung behilflich sein soll eine kleine Broschüre, die auch schon etwas Geld kostet und noch zu erstellen ist. Darin soll der Leser bau- und kulturhistorische Fakten zur Kirchturmspitze finden sowie Erläuterungen zum Vereinskonzept. Zu den nächsten öffentlichen Aktivitäten der Mitglieder soll ein Informationsstand beim Bücherfest des Bürgervereins im Sommer zählen. (Von Ulrich Fischer)

Konten und Kontakt:

Zwei Bankverbindungen des Fördervereins Kirchturmspitze stehen für Spenden zur Verfügung: Sparkasse Prignitz Konto 10 10 000 183, BLZ 160 501 01; Volks- und Raiffeisenbank Prignitz Konto 20 47 535, BLZ 160 60 122.
Mitgliedsanträge gibt es bei Herbert Dreifke, Perleberg, Koloniestraße 61, 0 38 76/78 94 67. Uf

Märkische Allgemeine vom 01. Februar 2011

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