DENKMÄLER: Geld für Klausdorfer Kirche

Förderverein erhält 2000 Euro aus Stiftung "Alte Häuser"

KLAUSDORF - Die Freude war groß, als Treuenbrietzens Bürgermeister Michael Knape (FDP) zum Weihnachtsmarkt in Klausdorf einen Scheck in Höhe von 2000 Euro überreichte. Symbolisch an dem Ort, wo es dringend benötigt und gezielt eingesetzt werden soll, dem 102 Jahre alten Gotteshaus.

Antje Rettschlag nahm den Scheck vor dem Altar dankend entgegen. Sie ist Vorsitzende des in diesem Jahr gegründeten Fördervereins zum Erhalt der Klausdorfer Kirche (die MAZ berichtete). Die Mittel stammen aus dem Stiftungsfonds "Alte Häuser". Ihm gehören unter anderem die Stadt Treuenbrietzen, der Johanniterorden und private sowie institutionelle Mitglieder an. Der Stiftungsfonds "Alte Häuser" wird betreut von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Das Stammkapital der Treuenbrietzener Stiftung beträgt zur Zeit rund 70 000 Euro. Das werde nicht angetastet. "Ausschüttungen gibt es lediglich aus den Erträgen, sprich Zinsen", erläutert Michael Knape.

"Wir freuen uns riesig, dass unser Antrag Erfolg hatte", sagt Antje Rettschlag. Obwohl alle wüssten, dass es nur "ein Tropfen auf den heißen Stein" sei. Allein die Sicherung des ziemlich maroden Kirchturmes würde mindestens 40 000 Euro kosten, ergab ein Gutachten. "Wir Klausdorfer geben trotzdem nicht auf", versichert Antje Rettschlag. Private Spenden seien jederzeit willkommen. Auch der Erlös aus dem Weihnachtsmarkt werde für diesen guten Zweck verwendet. Die Spendenfreudigkeit der Gäste war dafür bester Beweis. In der Kollekte klapperten nach dem Gottesdienst nicht nur Münzen, sondern raschelten auch Scheine.

Die kleine Klausdorfer Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Gäste erlebten ein Krippenspiel der Tagesstätte Kinderland.

Pfarrer Bernhard Hoppe hielt anschließend die Andacht. Er machte mit einfühlsamen Worten auf den eigentlichen religiösen Sinn des bevorstehenden Weihnachtsfestes aufmerksam.

Da Weihnachten aber zugleich ein Fest der Freude ist, hatten Kirchengemeinde und Ortsbeirat der drei Treuenbrietzener Stadtteile Klausdorf, Bardenitz und Pechüle wahrlich viele Register gezogen und stellten einen gelungenen Markt auf die Beine. Die Besucher genossen es, wärmten sich an Feuerschalen, betreut von den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr oder von innen mit Glühwein. Kinder ritten auf zwei Pferden über die Dorfstraße oder drehten Runden auf dem Karussell der Schaustellerfamilie Bleifuß, die im Ort ansässig ist.

Die Keilberger Musikanten schmetterten nicht nur weihnachtliche Weisen und das "Bardenitzer Landtheater" führte das Märchen vom Froschkönig auf eigene, lustige Weise auf. Die Klasse 6 der Grundschule Treuenbrietzen war mit einem Basar vertreten.

Marcel Hagen, Hobbymaler aus Treuenbrietzen, zeigte viele seiner Werke in der Kirche. "Das sind echte Farbtupfer an den sonst eher tristen Wänden", meinte Ortsvorsteherin Edith Rettschlag. (Von H.-Dieter Kunze)

Märkische Allgemeine vom 21. Dezember 2010

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