KIRCHE: Vorerst nur Notsicherung

Verein will Sanierung des Turms in Brüsenhagen bis 2013 abschließen

BRÜSENHAGEN - Am schifflosen, unter Denkmalschutz stehenden Brüsenhagener Kirchturm hängt in diesem Jahr erstmals ein Weihnachtsstern. Er ist so etwas wie ein Zeichen der Hoffnung vom Verein "Kirche in Brüsenhagen". Ein Zeichen der Hoffnung, dass der Turm, gebaut nach 1678, nicht dem Verfall wie einst das Kirchenschiff ausgesetzt wird. Dafür sorgen wollen die 15 Vereinsmitglieder aber nicht allein. Freunde des Turms haben das bereits 2005 bewiesen, als sich verschiedene Förderer bei der ersten Etappe der Turmsanierung engagierten.

Vor gut einem Jahr wurde der Verein gegründet, Rouven Obst als 1. Vorsitzender gewählt. Bei der Mitgliederversammlung hielt man jetzt Rückschau und blickte voraus. Es wurden erste Arbeitsergebnisse und Vorhaben vorgestellt und besprochen. Freude herrschte auch über die Ausgabe von Anträgen für eine Mitgliedschaft. Die erste Spende in Höhe von 50 Euro war zur Gründung vom Vehlower Ortsvorsteher Roger Popp gekommen. Bis in dieses Jahr hinein kamen weitere 700 Euro beim Verkauf von Bratwurst, Kuchen, Kaffee und anderen Getränken bei Veranstaltungen dazu. Insgesamt verfügt der Verein jetzt über rund 1500 Euro. Hinzu kommen die Mitgliedsbeiträge.

Die Vereinsmitglieder schätzen, dass für die Turmsanierung Schwerpunkte sind Dachstuhlsanierung, Eindeckung und neue Bretter etwa 20 000 Euro benötigt werden. Vorerst geht es jedoch um eine Notsicherung mit Zinkblech an der Turmspitze gegen Feuchtigkeit. Für die Arbeiten ist eine Hebebühne erforderlich. Ansonsten konzentrieren sich die Mitglieder auf das große Vorhaben, das möglichst bis Ende 2013 erledigt sein soll. Rouven Obst: "Nach Gesprächen mit Handwerkern und dem Kolreper Pfarrer Hans-Georg Scharnbeck habe ich ein gutes Gefühl. Jetzt müssen wir ein Sanierungskonzept und die Bauplanung anfertigen." Die Kirchengemeinde Brüsenhagen hat noch eine kleine Baurücklage. Bei der Suche nach Fördermöglichkeiten geht es um Kontakte zum Bauausschuss des Kirchenkreises, auch wegen Zuschüssen von der Landeskirche. Eine Förderung erhofft man sich auch von der Denkmalbehörde oder vom Verein "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg". Einiges sparen will man auch durch Eigenleistungen. Architekt Holzrichter aus Breitenfeld hat seine Hilfe beim Aufmaß angeboten. Auch das Einrüsten hat seinen Preis. Deshalb hofft man, die Turmsanierung in einer Aktion durchführen zu können.

Im nächsten Frühjahr soll erst einmal geputzt werden. Die heimische Vogelwelt hat oben im Turm Spuren hinterlassen. Damit das künftig unterbleibt, sollen die Schalllöcher verdrahtet werden. Für die Eulenfamilie will man einen Kasten bauen, der von außen anzufliegen und von innen zu reinigen ist. Im März ist die nächste Mitgliederversammlung geplant. Schon jetzt gibt es Überlegungen, 2011 ein kleines Brüsenhagener Dorffest zur Förderung des Zusammenhalts durchzuführen. Außerdem können sich die Vereinsmitglieder einen Adventsmarkt am Turm vorstellen. (Von Hajo Nitschke)

Märkische Allgemeine vom 18. Dezember 2010

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