Damit die Kirche im Dorf bleibt

Wulfersdorf (moz) Der bei Görsdorf lebende Schriftsteller Günter de Bruyn ist kürzlich mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft e. V. ausgezeichnet worden. Sein Preisgeld hat er nun dem Förderverein Dorfkirche Wulfersdorf gespendet, der sich um den Erhalt dieser kleinen Dorfkirche bemüht.

 
Ihr Erhalt liegt vielen Menschen am Herzen: Das Dach der Kirche in Wulfersdorf ist nicht mehr dicht. Ein Förderverein bemüht sich mit kreativen Aktionen, Eigenmittel für die Sanierung zusammen zu tragen.
© Karl-Heinz Arendsee

"Das war vielleicht eine Überraschung", sagt Gisela Werner, die Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Wulfersdorf. "Vor einigen Tagen bekam ich einen Anruf von der Deutschen Gesellschaft und erfuhr, dass Herr de Bruyn unserem Verein sein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro gespendet hat. Wir sind überglücklich und haben uns inzwischen auch schon persönlich bedankt."

Vor knapp zwei Jahren ist der Förderverein in Wulfersdorf gegründet worden, um dem drohenden Verfall des Gebäudes entgegen zu wirken. Dafür ist allerhöchste Eisenbahn. Fast 700 Jahre steht die Kirche inmitten des Friedhofes auf einer Anhöhe über dem kleinen Angerdorf, einige Gebäudeteile stammen aus dem 15. Jahrhundert. Ihr heutiges Aussehen im Inneren ist 1670 im Stile des Barock geprägt worden. Die barocke Ausmalung ist erhalten geblieben. Doch dieses wunderschöne Kirchlein befindet sich in großer Gefahr, denn das Dach ist undicht. Durch eindringende Feuchtigkeit sind die Balkenköpfe im Mauerwerksbereich stark geschädigt. Ein Gutachten des kirchlichen Bauamtes von 2003 listet die Schäden an Dachstuhl und Dachdeckung auf und veranschlagt 150 000 Euro für die nötigsten Reparaturarbeiten.

Anliegen des Fördervereins ist es, in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz, der Kirchengemeinde, der Gemeinde Tauche und vielen Bürgern Fördermittel und Spenden einzuwerben. Zugleich soll mit kreativer Öffentlichkeitsarbeit auf dieses bauliche Kleinod in Wulfersdorf aufmerksam gemacht werden. Mittlerweile gehören dem Verein 30 Mitglieder an, und in der kurzen Zeit seiner Existenz hat er schon eine Menge erreicht. Er gehört zum Förderkreis alte Kirchen Berlin Brandenburg, der das Wulfersdorfer Gotteshaus im vergangengen Jahr zur Dorfkirche des Monats April gekürt und somit einem größeren Kreis von Menschen bekannt gemacht hat.

Regelmäßig organisiert der Verein in der Wulfersdorfer Kirche Benefizveranstaltungen, um Geld für die Sanierung zu sammeln. Es gab Konzerte, Lesungen Vorträge zur Baugeschichte und Filmvorführungen. Unter den Besuchern weilte auch schon der Berliner Altbischof Wolfgang Huber mit seiner Frau Kara. Diese war so angetan, dass sie die Wulfersdorfer Kirche in den zweiten Band ihres Buches "Brandenburgische Dorfkirchen und ihre Hüter" aufgenommen hat.

Auch dem Schriftsteller Günter de Bruyn, der in der Nähe von Wulfersdorf lebt, liegt dieses kleine Kirche am Herzen. Er ist selbst Mitglied des Fördervereins und ist in der Kirche auch schon zu Lesungen in der Kirche aufgetreten. "Als nun der unverhoffte Preis kam, habe ich beschlossen, das Geld dem Förderverein zu spenden", so der Schriftsteller. "Dieser wunderbare Verein kümmert sich so engagiert um die Kirche, das möchte ich unterstützen."

Dank dieses überraschenden Geldregens befinden sich auf dem Spendenkonto des Fördervereins nach Angaben von Gisela Werner inzwischen knapp 9000 Euro. "Damit haben wir jetzt Eigenkapital, was Voraussetzung ist, damit Fördermittel fließen", freut sich die Vereinsvorsitzende. Das sieben Jahre alte Gutachten sei zu überarbeiten und es wäre schön, wenn so schnell wie möglich die Sicherung des Daches in Angriff genommen werden könnte. "Sonst ist hier nicht mehr viel zu retten." Dabei arbeite der Verein eng mit dem Gemeindekirchenrat zusammen, an welchem es sei, die nötigen Schritte zum Baubeginn zu veranlassen.

Am 24. Dezember wird um 16 Uhr in der Dorfkirche Wulfersdorf Gottesdienst mit Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister gefeiert.

Märkische Oderzeitung vom 09. Dezember 2010

   Zur Artikelübersicht