BENEFIZ: Rummel statt Schimmel

Schönas Kirche ist nach zehn Jahren größtenteils saniert / Christkindelmarkt als Spendenaktion

SCHÖNA - Kirchen gelten nicht umsonst als Wahrzeichen des Ortes. Ist das Wahrzeichen in schlechtem Zustand, leiden im Ort auch die Menschen. Auch die Schönaer können ein Lied davon singen. Mit Ideen und vielen Stunden tatkräftigen Zupackens engagieren sie sich seit zehn Jahren für den Erhalt ihres Gotteshauses. Vor allem der Christkindelmarkt, wie er am vorigen Wochenende zum zehnten Mal stattfand, dient diesem Zweck.

Der Rückblick auf das Erreichte mutet wie ein kleines Wunder an. Gäbe es nicht die alten Fotos, würde manch einer heute kaum noch glauben, wie desolat die Kirche einst war. Gottesdienste mussten im benachbarten Pfarrhaus abgehalten war, da sämtliche Deckenbalken über Kirchenschiff und Apsis durchgefault waren und herabzustürzen drohten. Der Bau selbst war hinter wild wuchernden Bäumen kaum noch zu erkennen. Visionär musste sein, wer trotzdem an die Zukunft der Kirche glaubte.

Der große Zuspruch, den der erste Chriskindelmarkt bei Anwohnern und Besuchern fand, machte Mut. 2002 gründeten die Schönaer ihren Förderverein zum Wiederaufbau der Kirche. Der Kerngedanke der Vereinsarbeit ist, die Kirche nicht nur für religiöse Zwecke zu nutzen, sondern der Allgemeinheit als Begegnungsstätte zu öffnen. Diese Idee stieß auch außerhalb Schönas auf offene Ohren. Dringend benötigte Fördermittel kamen außer vom Land Brandenburg und der Landeskirche auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Kirchenkreis Bad Liebenwerda, zu dem die Kirchgemeinde gehört, und der Stadt Dahme, deren Ortsteil das Doppeldorf Schöna-Kolpien ist.

Einen wichtigen Beitrag leisteten auch die Christkindelmärkte. Mehr als 23 000 Euro sind das finanzielle Ergebnis der ersten neun Märkte. Die Bestätigung und Ermutigung dadurch nicht weniger bedeutsam. Ob das Ziel, mit dem jüngsten Markt die 25 000-Euro-Grenze zu überspringen, erreicht wurde, stehe erst fest, sagt Fördervereinsvorsitzender Helmut Trapka, wenn alle beteiligten Vereine ihre Erlöse zusammengerechnet haben.

Nach den bereits erfolgten Sanierungsmaßnahmen im Inneren der Kirche richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den Turm. Dringend benötigt wird weiteres Geld als Eigenanteil für die Instandsetzung des Mauerwerkes im mittleren und oberen Turmteil. Ob es erneut öffentliche Mittel geben wird, ist derzeit unklar. Deswegen und wegen des zeitlichen Verzugs von zirka einem Jahr ist Helmut Trapka mit der weiteren Planung vorsichtig. Dennoch plant man erste Aktivitäten im fertiggestellten Gotteshaus. Über Ausstellungskonzepte wird bereits ebenso gesonnen wie über die Planung von Konzerten. Eine große Hoffnung ist, beim Christkindelmarkt 2011 den Blick vom sanierten Turm schweifen lassen zu können. (Von Uwe Klemens)

Märkische Allgemeine vom 02. Dezember 2010

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