Schönaer Kirche erstrahlt in neuem Glanz

SCHÖNA Der 10. Christkindelmarkt an der Kirche in Schöna hat am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucher angelockt. Gestaltet und organisiert haben ihn die Schönaer und Kolpiener Einwohner unter Federführung des Fördervereins für den Wiederaufbau der Kirche in Schöna. Alle Einnahmen des Marktes sind seit 2001 in dieses Vorhaben geflossen, insgesamt 23 159,51 Euro.

 
Mit Klängen aus dem Dudelsack setzte der Berliner Michael Osterode einen etwas anderen musikalischen Akzent im vorweihnachtlichen Markttreiben.
Foto: Keilbach/bkh1

"Die Kirche ist wirklich toll geworden", schwärmt Gudrun Freywald. Früher sei es in der Kirche sehr düster und immer kalt gewesen, erinnert sich die aus Schöna stammende Annaburgerin. "Jetzt ist es schön hell und der Altarraum großzügig gestaltet. Außerdem kann man sich in der Kirche gut aufwärmen", fügt sie an. "Ich freue mich sehr darüber, dass die Kirche so gut erhalten werden konnte, denn hier bin ich getauft, konfirmiert und getraut worden", zählt die Herzbergerin Annegret Schmid ihre Verbindung zum Gotteshaus auf. Jährlich besuche sie den familiären Weihnachtsmarkt und verfolge den Fortschritt der Kirchensanierung. Eine Ausstellung auf der Orgelempore und der Blick in die reich bebilderte Kirchenchronik gaben darüber Auskunft.

Als der Christkindelmarkt am 1. Dezember 2001 seine Premiere erlebte, war die Kirche noch baufällig. "Die Deckenbalken vom Hauptschiff waren durchgefault, so dass wir sie abstützen mussten", blickt Volker Thiele, Baufachmann und Fördervereinsmitglied zurück. Im Oktober 2002 gründete sich der Förderverein. Ein Großteil der damals auf dem Programm stehenden Arbeiten ist inzwischen geschafft. Mit Spenden und Fördermitteln wurden in den vergangenen Jahren unter anderem das Dach neu gedeckt, die Deckenbalken über dem Hauptschiff und die gesamte Decke, die Mauerkrone von Apsis und Kirchenschiff sowie eine Reihe von Fenstern erneuert. "Ein großes Problem war für uns der Hausschwamm im Chorhaus", sagt der Vorsitzende des Fördervereins, Helmut Trapka. Mit großem Einsatz der Einwohner des Doppeldorfes seien die alten Bodenplatten komplett herausgenommen und zum großen Teil erneuert worden, ergänzt er.

Die umfangreiche Sanierung wurde dank der zahlreichen Spenden für den Verein und weiterer privater Spender sowie durch Fördermittel möglich. An der Finanzierung beteiligten sich nach Angaben des Fördervereins zudem das Land Brandenburg, die Landeskirche Sachsen-Anhalt, der Kirchenkreis Bad Liebenwerda, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie die Stadt Dahme.

"Den Christkindlmarkt gestalten seit Beginn alle Vereine des Ortes und die Freiwillige Feuerwehr", fasst Vorstandsmitglied Marianne Dennert zusammen. Die Einwohner gestalten mit Selbstgebackenem, Geschnitztem, Dekorativem und vielem mehr Stände, deren Zahl sich seit 2001 auf 20 verdoppelte. Die Bläsergruppe und die Jagdhornbläser untermalen den Markt musikalisch, ebenso der Frauenchor Körba/Schöna-Kolpien und der Rietdorfer Männergesangsverein.

Der Erlös des zehnten Christkindlmarktes werde dazu beitragen, den Eigenanteil für die beantragten Fördermittel zur Turmsanierung aufbringen zu können, so Helmut Trapka. "Wenn die Förderung bewilligt wird, finden die Besucher nächstes Jahr schon den sanierten Turm vor", blickt er voraus.

Von Birgit Keilbach

Lausitzer Rundschau vom 29. November 2010

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