DENKMALSCHUTZ: Das große Kirchenpuzzle

Stüdenitz hat wieder ein Stück geschafft und die nächsten Schritte fest im Blick

 
Tür auf!

STÜDENITZ - Ein ganz neues Türgefühl sozusagen – da dürften sich die Besucher der Festveranstaltung vom Sonnabend an der Stüdenitzer Kirche einig gewesen sein. Dank der Spendensumme von gut 4000 Euro, die der Förderverein zusammengetragen hat, sieht die Nordtür des Gotteshauses nun wieder so aus wie bei der Einweihung vor rund 150 Jahren – und ganz anders als das ebenfalls erst kürzlich restaurierte Hauptportal. Von grüner Farbe hielt der amtliche Denkmalschutz auf einmal nämlich gar nichts mehr. Vereinsvorsitzender Joachim Strenge hatte sich selbst darangemacht, die alten Lackschichten mit großer Sorgfalt zu entfernen. Schließlich sollte das Eichenholz möglichst unbeschädigt wieder zum Vorschein kommen. "Ich hab etliche Stunden dran gesessen." Tischler und Maurer sorgten für den Rest und dafür, dass die Tür nun hoffentlich wieder für Jahrzehnte ein Schmuckstück bleibt. "Die dritte Tür würden wir auch gerne noch in Angriff nehmen", kündigt Strenge an.

Bis dahin wird zwar vielleicht noch etwas Zeit vergehen, doch die Verschönerung der Kirche wird auch an anderen Stellen vorangetrieben. Pfarrer Henning Utpatel nutzte die Festveranstaltung am Sonnabend, um auf eine neue Spendenaktion aufmerksam zu machen: Der Altarraum soll seine ursprüngliche Farbgebung zurückerhalten. Irgendwann in den 60-er Jahren war das Blau mit den goldenen Sternen einfarbig übermalt worden. "Das war der Zug der Zeit", erinnert Utpatel. "Schlichtheit war angesagt." So richtig schön wurde die Stüdenitzer Kirche ganz in Grau und Weiß aber nie.

Und so sucht die Kirchengemeinde nun für jeden einzelnen der rund 1000 Sterne an der Decke einen Spender. 10 000 Euro will man aufbringen; an die 50 000 Euro wird die Restaurierung wohl kosten. "Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr den Altarraum schaffen", sagt Utpatel. "Dann wird am Turm gebaut und dann geht’s im Innenraum weiter." (Von Alexander Beckmann)

Märkische Allgemeine vom 29. November 2010

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