25 000 Euro für die Russische Kirche

Frankfurt (moz) Der Förderverein Heilandskapelle wird aus dem Fördertopf der Hamburger Hermann Reemtsma Stiftung 25 000 Euro zum Ausbau der Russischen Kirche erhalten. Darüber informierte Vereinsvorsitzender Rüdiger Hund-Göschel auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend.

"Der Vorstand unserer Stiftung hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Anfrage zur Unterstützung der Instandsetzung des Hauptschiffes der Heilandskapelle auseinandergesetzt. Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass die Hermann Reemtsma Stiftung 25 000 Euro für die Maßnahme zur Verfügung stellen kann Sebastian Giesen, Geschäftsführer."

Mit großer Freunde, so Vereinsvorsitzender Rüdiger Hund-Göschel, habe man diese Nachricht aus Hamburg in dieser Woche erhalten. "Sie ist zwar mit der Auflage verbunden, dass wir die Gesamtfinanzierung unseres zweiten Bauabschnitts abzusichern haben. Aber wir im Verein und unsere Partner von der evangelischen Kirchengemeinde besitzen eine gesunde Portion Optimismus", so Hund-Göschel.

Die zweite gute Nachricht vom 47-köpfigen Förderverein, der im April 2001 gegründete wurde und sich zum Ziel gesetzt hat, das 95 Jahre alte hölzerne Gotteshaus zu sanieren: Die Heilandskapelle reiht sich im Kleistjahr 2011 in die Schar der Spielstätten ein, in denen Heinrich von Kleist mit seinen Stücken präsent ist. Innerhalb der Aktion Theater in der Kirche wird am 4. September in der Heilandskapelle der "Zerbrochener Krug" gezeigt.

Für eine Überraschung sorgte am Abend der ehemalige Lehrer und jetzige Rentner und Ortschronist Rolf Haak. Seine Recherchen hatten ergeben, dass die Heilandskapelle nicht wie sämtliche Veröffentlichungen bisher aussagten in den Jahren 1915 und 1916 erbaut wurde. "Mit der Errichtung der Kirche auch als Lesesaal und Theaterbühne konzipiert wurde im Frühjahr 1915 begonnen und die Arbeiten schon im Dezember 1915 beendet. So können wir bereits in fünf Jahren den 100. Geburtstag unserer schönen Kirche feiern", freute sich Rolf Haak, dem gemeinsam mit Ortschronisten-Kollege Karl-Heinz Krüger die sehenswerte Heimatstube unterm Glockenturm zu verdanken ist.

556 Besucher konnte Horst Kuhnke, der vis-à-vis der Kirchen wohnt und Schlüsselgewalt besitzt, in diesem Jahr bereits in der Heilandskapelle begrüßen. Da die Besucher Geld spendeten, dann und wann auch die Gronenfelder Blätter kauften und der Verein selbst mit Kulturveranstaltungen zahlreiche Gäste ins Haus und in den stets gepflegten Kirchgarten lockte, wurden allein in diesem Jahr 3700 Euro an Spendengelder eingetrieben. Hinzu kamen Gelder der Staatsanwaltschaft.

"Wir sind allen Besuchern, Partnern und Verbündeten dankbar, dass sie uns in unserer Arbeit unterstützen", so der zufriedene Vereinsvorsitzende. Seit Bestehen des Vereins habe man, auch mit Hilfe von Lottomitteln, 150 000 Euro gesammelt. Davon wurden die beiden Glocken repariert und der marode Glockenturm erneuert. Im zweiten Bauabschnitt wird ab nächstem Jahr die Sanierung des Kirchenschiffes in Angriff genommen. 200 000 Euro sind dafür einzuplanen eine gewaltige Summe. "Wir müssen weitere Förderer suchen und mit der evangelischen Kirchengemeinde kooperieren", setzte Rüdiger Hund-Göschel erste Maßstäbe.

Märkische Oderzeitung vom 27. November 2010

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