FINANZEN: Kleine Kirche großes Problem

Verein bekommt keine Fördermittel für die Sanierung der Darsikower Kirche

DARSIKOW - Das Grauen kommt bieder daher, auf einem Kopfbogen des Landes Brandenburg, geschmückt mit dem märkischen Adler, Schwarz auf Weiß. Das Grauen heißt Antragsannahmestopp und hat den Förderverein für die kleine Kirche in Darsikow in einen Schock versetzt. "Das ist eine Katastrophe", sagt die Vereinschefin Sibille Podorf. "Die Oberkatastrophe."

Der Verein bekommt in diesem Jahr keine Fördermittel für die Sanierung der Kapelle. "Und im nächsten Jahr soll auch nichts gefördert werden", sagt die Vereinssprecherin Isolde Lange. "Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll."

Um das Dach der 1830 gebauten Waldkirche wieder in Schuss zu bringen, hatte der Verein rund 80 000 Euro Fördermittel über das Leader-Programm beantragt. Die Baugenehmigung liegt vor. Eigentlich sollte es noch in diesem Herbst losgehen. Doch statt der erhofften Euro kam nun die Absage. Zwar ist die Haushaltssperre des Landes aufgehoben, für Private und zu denen gehört der gemeinnützige Verein stehen allerdings weiterhin keine Landesmittel zur Verfügung. Damit ist für den Verein auch die Leader-Quelle versiegt.

"Von diesen Fördermitteln hängt aber alles ab", sagt Isolde Lange. So habe das Denkmalschutzamt dem Verein noch für dieses Jahr 10 000 Euro zugesagt die sollen jedoch nur dann fließen, wenn auch die Leader-Mittel sicher sind. Ähnlich sieht es mit anderen möglichen Unterstützern wie dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg oder dem Landkreis aus.

Der Verein hat sich nun an die fünf Landtagsabgeordneten des Lankreises gewendet und sie um Hilfe gebeten. Auch Jörg Vogelsänger (SPD), Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, hat einen Brief bekommen. Ebenso der Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD). "Wir müssen nun wieder abwarten", sagt Isolde Lange. "Aber wenigstens haben wir uns bemerkbar gemacht."

Obwohl die Stimmung derzeit gedrückt ist, schreiten die Vereinsmitglieder am Sonnabend zu neuen Taten. Dann holen sie in Mecklenburg-Vorpommern die Glocke ab, die sie gegen die alte Darsikower Glocke eintauschen wollen. Diese läutet nämlich seit Stilllegung des Kirchleins in den 70er Jahren auf dem Campus der Stephanus-Stiftung in Heilbrunn bei Wusterhausen und kann erst dann zurückkehren, wenn für Ersatz gesorgt ist. Die Tauschglocke kostet den Verein 2500 Euro. Dafür sind noch immer Spenden nötig. Ob die Darsikower Glocke wie geplant im nächsten Frühling wieder daheim läuten kann? "Wir wollen und können nicht aufgeben", sagt Isolde Lange.

Wer dem Förderverein helfen möchte, kann spenden: Verein Kleine Kirche Darsikow e.V., Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, BLZ 160 502 02, Konto 17 40 00 57 47. (Von Nadine Fabian)

Märkische Allgemeine vom 17. November 2010

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