Haushaltssperre des Landes lässt Besucher länger bibbern

Falkenberg/Cöthen (moz) Die evangelische Kirchengemeinde und der Förderverein Cöthener Kirche setzen sich dafür ein, das Gotteshaus zu sanieren und es für kirchliche, öffentliche und kulturelle Zwecke nutzbar zu machen. So fassten Marlies Sydow, Vorsitzende des Fördervereins, und Mitglied Karen Schulz ihre Ziele in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur und Bildung der Gemeinde Falkenberg/Höhe zusammen. Sie stellten den Ausschussmitgliedern das Konzept des Fördervereins vor. Allerdings braucht er noch Geld, um es realisieren zu können.

 
© MOZ/Oliver Voigt

"Die Cöthener Kirche ist ein Baudenkmal, auf das die Bürger stolz sein können", sagte Karin Fritsche, Vorsitzende des Ausschusses. Seit genau zwölf Jahren setze sich der eigens gegründete Förderverein für den Erhalt der Kirche ein.

1998 habe sich der Förderverein gegründet, bestätigte Marlies Sydow. Damals war die Kirche vollkommen eingewachsen und befand sich in einem schlechten Bauzustand. "Wir wollten die Kirche erhalten und verhindern, dass sie als Pferdestall genutzt wird", sagte Marlies Sydow. Zu den Helfern zählen viele, die nicht in den Gottesdienst gehen. Der Förderverein bemühe sich darum, dass jeden Monat eine Veranstaltung in der Kirche stattfindet, mal ein Konzert, mal ein Vortrag. "Wir brauchen natürlich Leute, die die Veranstaltungen kostenlos gestalten", so die Vereinsvorsitzende. Wenn Musiker aus Berlin kommen, zahle der Verein schon mal 20 Euro Fahrgeld, mehr sei aber nicht drin. Durchschnittlich 30 Gäste in der Regel aus Cöthen, Falkenberg, Hohenfinow, Bad Freienwalde und Eberswalde besuchen die Veranstaltungen.

Vereinsmitglied Karen Schulz reichte einen Fördermittelantrag bei der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Oderland für die Programme Leader und Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) ein. Dieser wurde bewilligt. Von den 265 000 Euro Baukosten erhalte die evangelische Kirchengemeinde als Eigentümerin des Gotteshauses 222 0000 Euro, berichtet Karen Schulz. 40 000 Euro hat die Evangelische Kirche als Eigenanteil zur Verfügung gestellt. In diese Summe fließe der Erlös aus dem Verkauf des Gemeindehauses in Cöthen.

Mit dem Geld soll eine Winterkirche eingerichtet werden, das heißt ein Raum, der zu allen Jahreszeiten für Veranstaltungen genutzt werden kann. Bislang können die Besucher von den Kirchenbänken aus den Himmel sehen. Zwar ist das Dach neu gedeckt, aber nicht isoliert, sodass der Himmel durchschimmert. Ferner werde eine Heizung und Sanitäreinlagen eingebaut. Auch die Außenfassade bedürfe einer Sanierung, so Karen Schulz. Eigentlich sollten die Sanierungsarbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sein. Wegen der Haushaltssperre des Landes wurden die Gelder aber erst jetzt ausgezahlt.

Das 1838 erbaute Gotteshaus sei kulturhistorisch wertvoll, berichtet Karen Schulz. Es sei eine Grundkirche aus der Schinkelschen Schule. Das Ensemble von Kirche, Friedhof, alte Brennerei und Schloss werde als Gesamtkunstwerk bewertet.

Märkische Oderzeitung vom 09. November 2010

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