Sanierung ohne Winterpause

Prötzel (moz) Noch umhüllt das Baugerüst die Kirche in Prötzel. Im Altarraum liegt noch der Bauschutt. Die Kanzel ist mit einer Plane abgedeckt. Doch die Putzarbeiten im Kircheninneren gehen voran, die Deckenbalken sind ausgetauscht. Auch die Außenarbeiten sollen in Kürze abgeschlossen sein.

 
Einblick in den Innenraum: Bei der Bauberatung in der Kirche mussten die Akteure noch über einige Hürden steigen.
© MOZ/Oliver Voigt

Das stellte Bauleiterin Petra Kobalz vom Bauherren Kreiskirchenverband Fürstenwalde-Spree am Donnerstag bei der wöchentlichen Bauberatung fest. Gemeinsam mit Mitgliedern des Gemeindekirchenrates, der Architektin und Bürgermeister Rudolf Schlothauer machte sie sich ein Bild vom Fortschreiten der Baumaßnahmen.

"Im Außenbereich ist das Gros geschafft. Nun kann es auch über die Wintermonate im Innenbereich weitergehen", so Kobalz. Denn die Temperaturen würden es auch dann zulassen, weitere Putzarbeiten zu erledigen. Damit sind derzeit zwei Maurer beschäftigt, die bereits bis auf Hüfthöhe im Altarraum die Wände verputzt haben. "Darunter sind die Kabel verlegt und auch sonst hat sich vieles getan", sagte die Bauleiterin.

Die Empore wurde erweitert und kann nach der Fertigstellung als Winterkirche genutzt werden. "Damit ist eine hohe Nutzungsvielfalt gegeben", so Kobalz weiter.

Die liegt auch Rudolf Schlothauer am Herzen. Mit je 15 000 Euro sind die Gemeinde und das Amt an der Sanierung des Schmuckstückes beteiligt. "Denn auch über die Grenzen von Prötzel hinaus wird Anteil an dem Fortschreiten der Baumaßnahmen genommen", so der Bürgermeister. Denn in Zukunft soll die Kirche nicht nur für kirchliche sondern auch für gemeindliche Zwecke genutzt werden können. Dafür wird die Empore, die um drei Meter in den Kirchenraum verlängert wurde, eine Glasverkleidung erhalten. Ein Aufzug sowie der Einbau einer Toilette und einer Küche sollen die Kirche zu jeder Jahreszeit und für die vielfältigsten Veranstaltungen nutzbar machen. "Mit dem Aufzug wollen wir älteren Menschen und Gehbehinderten die Möglichkeit geben, ohne große Mühe nach oben zu gelangen", sagt Petra Kobalz.

In diesem Zusammenhang lobte Rudolf Schlothauer einmal mehr die Arbeit des Fördervereins. Dessen langjähriger Vorsitzender, der vor kurzem aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten abtrat, nimmt immer noch regen Anteil an den Sanierungsmaßnahmen. "Das Publikum ist wichtig, um die Kirche lebendig zu halten", sagte Rolf Kaupat. "Eine kulturelle Nutzung soll der gesamten Gemeinde zugute kommen." Über 30 Mitglieder zählt der Förderverein, dessen Vorsitz inzwischen Kaupats Sohn Olaf hat.

Die Gruft ist bautechnisch bereits gesichert. Lediglich die Instandsetzung des Gruftinventars steht noch aus. Die Familiengruft mit zerstörten und aufgebrochenen Sarkophagen der Familie von Eckardtstein soll in naher Zukunft eine würdige Gestaltung erhalten. Auch eine Heizungsanlage wurde installiert und es ist eine neue Bestuhlung für den Innenraum vorgesehen. Am Ende der Baumaßnahmen wird dann auch die ausgelagerte Orgel wieder ihren Weg zurück in die Kirche finden.

Märkische Oderzeitung vom 07. November 2010

   Zur Artikelübersicht