Erlös aus neuem Kalender hilft Schädlinge auszutreiben

Von Monika Strehlow

 
Vereinsvorsitzende Sabine Sieker hofft, dass der Kalender "Von Dorf zu Dorf - Kirchen in der Uckermark" viele Liebhaber findet.
FOTO: Monika Strehlow

"Mit der Feder suche ich die Form. Mit der Farbe finde ich die Seele", erklärt Olaf Beckert im Kalender

"Von Dorf zu Dorf - Kirchen in der Uckermark". Wie toll das dem Prenzlauer Architekten gelingt, davon ist Sabine Sieker vom Förderverein Dorfkirche Seehausen Uckermark e.V. überzeugt.

Der Prenzlauer Architekt begleitet den Verein dabei, der Fachwerkkirche aus dem 18. Jahrhundert wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Da es schwer ist, für solche Projekte Gelder zu beschaffen, schlug er dem Verein vor, aus seinem Fundus an Zeichnungen einen Kalender zu gestalten und die Einnahmen für den Kirchenbau zu nutzen - und war auf Begeisterung gestoßen. Gemeinsam mit Pfarrerin Ulrike Lindstedt wurden die Motive ausgesucht: Da ist das "Kirchlein im Grünen" von Alt Placht ebenso zu finden wie der neogotische Sakralbau von Wolfshagen. Das Kirchenschiff von Grünberg bei Brüssow zeigt sich in selten runder Form, die Ellinger Kirche überrascht mit ihrem nach oben spitz zulaufenden Holzturm .

Das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde der Kalender zum Einweihungskonzert für die Kienscherf-Orgel am 21. Mai, die aus Lotto-Mitteln des Landes erneuert worden ist. Seitdem wird das Kalendarium im A4-Format zum Beispiel in den Q-Regio-Läden von Templin, Prenzlau, Bandelow und Schwedt angeboten, findet er seine Käufer im Prenzlauer Buchhaus Schulz, in der Stadtinformation und im Dominikanerkloster, ist in der Tourismus-Information Warnitz, in Seehausen im Huberhof und in der Erlebniswerkstatt zu haben. Fleißig sind Sabine Sieker und ihre Mitstreiter dabei, die 500 gedruckten Kalender unter die Menschen zu bringen. "Viele Leute verschenken gern zum Jahreswechsel oder zu Weihnachten Kalender. Warum sollte es nicht einmal ein künstlerisch wertvoller mit Kirchen unserer Region sein?", wirbt sie lächelnd.

Vor zwei Jahren hatten 25 Gleichgesinnte den Förderverein aus der Taufe gehoben. Heute kann Sabine Sieker, die zur Vorstandswahl im September als Vorsitzende bestätigt wurde, auf 36 Mitglieder verweisen, die nicht nur in Seehausen leben. Schon im ersten Jahr machten sie mit einem Weihnachtsmarkt auf ihr Anliegen aufmerksam. Das schlug so gut ein, dass am 1. Advent, dem 28. November, schon zum dritten Mal zur Kirche eingeladen wird, in den Advent zu feiern. Mehrmals im Jahr lädt der Verein zu Veranstaltungen von Konzerten bis hin zu Führungen am Tag des offenen Denkmals ein. Im Sommer gastierten hier der Chor der Kirchgemeinde Berlin-Karow und die Uckermärkischen Musikwochen. Auch das nächste ist ein Benefizkonzert. Der "Singende Bürgermeister" von Berkholz-Meyenburg, Gerd Regler, hat sich für den 13. November um 15 Uhr angekündigt, wird begleitet von Elena Wilke.

Mit dem Holzschutzgutachten konnte der Förderverein 2009 die Bestandsaufnahme abschließen. In diesem Jahr wurde eine schadhafte Stelle zwischen Turm und Dach repariert, was komplett der Verein bezahlte. Doch vieles bleibt noch zu tun, resümiert Sabine Sieker. So muss den Schädlingen im Holz der Garaus gemacht werden. Dafür sind rund 30 000 Euro notwendig, die aus Fördermitteln gespeist werden sollen. Den Eigenanteil bringen die Kirchengemeinde und der Verein selbst auf. Die Einnahmen aus dem Kalender seien dabei sehr hilfreich.

Uckermark Kurier vom 23. Oktober 2010

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