Bürger-Ideen für Gubiner Kirchturm

GUBIN/GUBEN Der Förderverein zum Wiederaufbau der Gubiner Stadt- und Hauptkirche möchte die Neißestädter bei der Gestaltung der Turmwände einbeziehen. Das hat Schatzmeister Günter Quiel mitgeteilt. Mit der Bewilligung aus Warschau für den Sanierungsstart rechnet er noch im Oktober.

 
Die Sanierung des Turms der Gubiner Kirche soll bis zum Frühlingsfest im kommenden Jahr beendet sein.
Archivfoto: Jörg Ciszewski

Für die Sanierung des etwa 60 Meter hohen Turms der Gubiner Stadt- und Hauptkirche haben sich die Initiatoren etwas Besonderes ausgedacht. "In den Turmaufgang werden sechs Zwischendecken eingezogen. Die Wände eines jeden Abschnitts sollen ein Thema der Geschichte der Neißestadt motivisch darstellen", erklärte Günter Quiel. Bisher stehe erst ein Thema fest: "Einen Abschnitt wollen wir der Geschichte des Wein- und Obstanbaus der Stadt widmen", so Quiel. Dafür habe der Gubener Verein Suchthilfe die bunten, bleiverglasten Fenster der einstigen Gubener Kult-Gaststätte Hohms angeboten. Günter Quiel würde sich über weitere Themenvorschläge, die im Infozentrum in der Berliner Straße 5 in Guben oder telefonisch unter 03561 550341 eingereicht werden können, freuen. Der Kirchturm als symbolischer Mittelpunkt der gemeinsamen Neißestadt soll bei der geplanten Eröffnung zum Frühlingsfest im kommenden Jahr erstmals nach der Sanierung besichtigt werden können.

Sobald Warschau grünes Licht gibt, könnten die Komplettsanierung der Kirche, der Architektenwettbewerb zum Wiederaufbau des Kirchenschiffs sowie die Einrichtung einer Bauhütte in die Wege geleitet werden. Die Bauhütte soll auch als Anlaufstelle für die Bürger gelten, die sich dort über den Stand der Sanierungsarbeiten informieren können. "Der Wiederaufbau der Kirche wird mindestens 20 Jahre in Anspruch nehmen", sagte Quiel.

Begleitet werden sollen diese Projekte ab November von der Kulturmanagerin Patrycja Dorabialska, die sich unter anderem um die Einbindung der deutschen und polnischen Bevölkerung kümmern soll. Die 28-jährige Verwaltungsexpertin und studierte Philosophin erhält einen Arbeitsvertrag über 26 Monate und ist begeistert von der neuen Aufgabe. "Jetzt will ich so schnell wie möglich meine Deutschkenntnisse weiter verbessern und mithelfen, die Projektziele zu erreichen und die Bevölkerung dafür zu begeistern", erklärte die Absolventin der Universität von Zielona Gora. cis

Zum Thema:
Im Gubener Infozentrum des Fördervereins zum Wiederaufbau der Gubiner Kirche zeigt eine Ausstellung bis Ende Oktober in der Berliner Straße 5 Zeichnungen des polnischen Künstlers Jerzy Fedro sowie Werke des Gubener Heimatmalers Joachim Kobelius mit Stadtmotiven.

Von Jörg Ciszewski

Lausitzer Rundschau vom 09. Oktober 2010

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