Ein Geschenk mit Verpflichtung

BRIESEN Noch vor einem Jahr sorgten sich die Briesener um den Erhalt der mittelalterlichen Fresken in ihrer Dorfkirche. Inzwischen konnte dank Fördergeld mit der Sicherung des Kleinodes begonnen werden.

   
Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger an der Kirche.
Foto: Carmen Nicole Nocon
Dudelsackspieler in den Briesener Fresken.
Foto: Carmen Nicole Nocon

Die Briesener Dorfkirche beherbergt einen kunst- und kulturhistorischen Schatz. Die Wände des Gotteshauses zieren mittelalterliche Fresken. Doch Feuchtigkeit im Mauerwerk lässt die Bilder verblassen. Als die RUNDSCHAU im Dezember 2009 zum Ortsrundgang in Briesen zu Gast war, drückte die Einwohner noch die Sorge um den Erhalt der Fresken. Das Geld für die rund 300 000 Euro teure Sanierung der Wandmalereien kann die Gemeinde allein nicht aufbringen. Nur wenige Tage nach dem Besuch der RUNDSCHAU kam die erlösende Nachricht. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung stellt Mittel zur Verfügung, mit denen mit der Sicherung der Fresken begonnen werden konnte - über die genaue Summe wurde Stillschweigen bewahrt. Inzwischen hat sich an der Briesener Kirche einiges getan. "Rund um den Sockel wurde der Boden ausgeschachtet und so aufgefüllt, dass das Regenwasser schneller abfließen kann. Der Sockel wurde außerdem neu verfugt. Darüber hinaus sind Handwerker dabei, Feld- und Schlackesteine zu ergänzen und das Gesims über dem Sockel zu erneuern. Und nach einem langen Kampf mit der Denkmalbehörde hat die Kirche auch eine Regenrinne bekommen", zählt Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger auf. "Wenn erst einmal verhindert wird, dass Feuchtigkeit von außen in die Mauern eindringt, dann haben wir zumindest die Grundlage für weitere Schritte zum Erhalt der Fresken geschaffen", sagt sie. Bis Ende Oktober soll diese Phase der Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Für diese erste Sicherung hätten das Fördergeld sowie der Eigenanteil der Gemeinde ausgereicht. Wie die eigentliche Restaurierung der Fresken finanziert wird, sei unklar, so die Hausherrin der Kirche. Den Briesenern sei es aber ein Anliegen, ihr kunsthistorisches Kleinod zu bewahren. "Die Kirche mit den Fresken ist ein Identifikationspunkt für die ganze Gemeinde, nicht nur für die Kirchengemeinde, betont die Pfarrerin. Die Anzahl der Besuchergruppen, die die Fresken sehen wollten, steige.

Der Erhalt der mittelalterlichen Wandmalereien sei keine leichte Aufgabe, räumt Nanna-Maria Luttenberger ein. "Aber sie sind ein so kostbares Geschenk. Und die Verpflichtung, die damit einhergeht, übernehme ich gern."

Von Nicole Nocon

Lausitzer Rundschau vom 06. Oktober 2010

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