"Menschen brauchen ein Denkmal"

Klein Muckrow (moz) Der Kirchenförderverein Dorfkirche Klein Muckrow hat das zweite Jahr in Folge ein Sommerkonzert durchgeführt. Zuvor hatte der Verein vom Förderverein Alte Kirchen Berlin-Brandenburg einen Scheck in Höhe von 2500 Euro erhalten.

 
Ungewöhnliche Kombination: Beim Konzert für die Kirchensanierung begeisterten Sophie Marten und Dorothea Drobbe mit ihrem Duo Violine und Akkordeon.
© Cindy Teichert

Im großen Kirchgarten waren ein Festzelt und eine Bühne aufgebaut. Die Frauen des Ortes eilten mit Kuchen- und Tortenbehältern herbei, und es duftete nach frischem Kaffee. Rund 150 Zuhörer sind dieser Einladung gern gefolgt, und neben ihnen machten die hervorragenden Darbietungen der Musikschule Fröhlich und zweier junger Nachwuchstalente aus Forst das Benefizkonzert zu einem vollen Erfolg. Und selbst das Wetter war auf Seiten der Veranstalter, denn es regnete wenigstens nicht.

Aber nicht nur auf dem Kirchplatz herrschte Trubel. Auch die Kirche hatte ihre Pforten geöffnet, und viele Besucher nutzten diese Möglichkeit, um einen Blick in das Gotteshaus zu werfen. Der kleine Fachwerkbau aus dem Jahre 1777 befindet sich in einem schlechten Zustand und ist dringend sanierungsbedürftig. Da jedoch für die dringenden Reparaturen des wertvollen Bauwerks die notwendigen finanziellen Mittel fehlen, hat sich Anfang 2009 ein Kirchenförderverein gegründet.

Nach einem netten Pläuschchen bei Kaffee und Kuchen wurde es still auf dem Kirchplatz. Eberhard Grünberg ergriff das Wort. Er bedankte sich bei allen, die für das Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, besonders bei den Jugendlichen des Ortes, sowie bei Familie Marko aus Klein Muckrow und Familie Dreßler aus Groß Muckrow. "Ein Denkmal braucht Menschen", so der Vorsitzende des Fördervereins. "Dieses wollen wir mit unseren Zusammenkünften und Konzerten gewährleisten. Aber Menschen brauchen auch ein Denkmal, um Erinnerungen zu bewahren", machte Grünberg die Wichtigkeit, die Kirche vor dem Verfall zu retten, deutlich. "Wir bemühen uns, das Haus für unsere Bürger zu erhalten, sie soll der Mittelpunkt des sozialen Miteinanders werden", sagte er.

Grünberg dankte auch dem Förderverein Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Denn der hatte dem Klein Muckrower Förderverein wenige Tage zuvor eine Zuwendung in Höhe von 2500 Euro überreicht. Nach seiner Ansprache erfreute das Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich unter Leitung von Karin Phieler die Besucher mit Melodien von Pop bis hin zu altbekannten Volksliedern, die zum Mitschunkeln einluden. Unter tosendem Beifall wurden sogar Zugaben gefordert. In der Pause hatte man die Möglichkeit, Postkarten von Klein Muckrow zu erwerben. Im Handumdrehen war die erste Auflage in Höhe von 100 Karten vergriffen. Der Erlös kommt wie auch alle anderen gesammelten Spenden dieses Nachmittags der Sanierung der Kirche zu Gute.

Anschließend ging es klassisch weiter. Sophie Marten und Dorothea Drobbe trugen Stücke auf Violine und Akkordeon vor. Die beiden Mädchen aus der Rosenstadt Forst erwiesen sich als ein sehr gut eingespieltes Duo, und so manch ein Zuhörer war erstaunt, wie großartig die schlichte und doch eher ungewöhnliche Kombination dieser beiden Instrumente klingen kann. Die beiden jungen Künstlerinnen kredenzten dem Publikum eine leidenschaftliche und hingebungsvolle Darbietung.

"Es war ein sehr schönes Konzert, dem eine ganz tollte Organisation vorausging", lobte Heinz Stahl das Fest. Er kam extra aus Duisburg. Seit den 1980er Jahren pflegen Groß- und Klein Muckrower Kirchenmitglieder eine Partnerschaft mit einer Kirchengemeinde in Duisburg, so setzte er sich kurzerhand in den Zug. "Vielleicht können wir ja zum Sommerkonzert im nächsten Jahr mit unserer ganzen Kirchengemeinde hierher zu Besuch kommen", hofft er.

Märkische Oderzeitung vom 20. September 2010

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