Engel kehrte zurück

Löhme (moz) Von Klaus-Peter Rudolph

 
© Klaus-Peter Rudolph

Die Dorfkirche in Löhme ist seit gestern um eine Attraktion reicher. Der Taufengel aus dem 17. Jahrhundert ist zurückgekehrt. Er wurde in den zurückliegenden 12 Monaten von einem Berliner Restaurator fit für die Zukunft gemacht.

Das war notwendig geworden, weil der namenlose Engel durch einen früheren Umbau, bei dem die Decke des Kirchensaales abgehängt worden war, seinen Stammplatz einbüßte. "Taufengel wurden an der Decke hängend befestigt," erzählt Mirko Fischer, Vorsitzender des Fördervereins Dorfkirche zu Löhme e.V. "Sie trugen die Taufschale in den Händen. Bei Taufen wurden sie herunter gelassen." Die neue Zwischendecke aus Sauerkohlplatten war dafür nicht geeignet. So wurde der Engel zunächst auf dem Dachboden und später auf der Patriatsempore einfach abgelegt.

Feuchtigkeit, Schmutz und Insekten nagten viele Jahrzehnte an dem hölzernen Kunstwerk, das einem Hofbildhauer namens Golme zugeschrieben wird. Unterarme, Füße und Flügel zerbröselten und sind unwiederbringlich verloren.

Dass wenigstens der Rest erhalten wird, ist einer 2009 gegründeten Initiative "Menschen helfen Engeln" zu danken. Sie wurde vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandeburg e.V. ins Leben gerufen. Bisher hat die Initiative 140 hilfebedürftige Engel ausfindig gemacht und über 14.000 Euro Spenden für deren Restaurierung gesammelt.

Dr. Heinrich-Thomas Proske ist es vor allem zu danken, dass der Engel aus Löhme einer der ersten ist, der in seine Stammkirche zurückkehrt. Proske hatte die Patenschaft übernommen und die gesamte Summe von 3.100 Euro für die Restaurierung gespendet. Er soll künftig seinen Platz auf einem Sandsteinsockel erhalten.

Der Förderverein aus Löhme hatte im letzten Jahr für seine aktive Arbeit ein "Startkapital" vom Förderkreis Alte Kirchen verliehen bekommen. Die diesjährige Preisverleihung, bei der auch der Taufengel enthüllt wurde, fand in der der Dorfkirche Löhme statt. Fünf Brandenburger Dorfkirchen-Fördervereine erhielten je 2.500 Euro.

Märkische Oderzeitung vom 17. September 2010

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