DENKMAL: Kleine Kirche kommt groß raus

Für das Vietznitzer Gotteshaus hat sich jetzt ein Förderverein gegründet

VIETZNITZ - Die kleine Vietznitzer Kirche hat zwar keine Orgel, dafür aber gleich zwei Harmonien. Doch um beide Instrumente ist es derzeit nicht gut bestellt. Das eine gibt kaum noch einen Ton von sich, der Klang des anderen lässt zu wünschen übrig. Doch das soll sich bald ändern.

Vor ein paar Wochen haben sich einige Vietznitzer zusammengetan und einen Förderverein für das Gotteshaus gegründet. "In der Kirche sind immer wieder Instandhaltungsarbeiten nötig", begründet Ivonne Völtz vom Vorstand die Initiative. Der Verein will sich in Zukunft unter anderem um die nötigen Gelder kümmern und dazu beispielsweise Fördermittelanträge an die Mittelbrandenburgische Sparkasse oder an den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg richten. Aber auch Spenden sind gern gesehen, es soll auch Eigenleistungen geben.

Zu tun gibt es in der Kirche, deren Entstehung im 13./14. Jahrhundert vermutet wird, eine ganze Menge. "Es sind sehr viele Tischlerarbeiten zu machen", sagt Ivonne Völtz. Hand angelegt werden soll an die Bänke, aber auch an das Podest vorm Altar. Zudem will man die Bilder am Altar, an Kanzel und Taufbecken restaurieren lassen. Und es ist zudem geplant, die Fachwerkbalken mit Holzschutzlasur zu versehen. Einschließlich der Reparatur der Harmonien beläuft sich der Finanzbedarf somit auf eine geschätzte Summe von 35 000 bis 40 000 Euro.

Damit das Vorhaben gelingt, haben sich die Vietznitzer Leute vom Fach mit in den Vorstand geholt. Der Vietznitzer Zimmerer Thorsten Döring ist Vorsitzender, außerdem wirken der Orgelbauer Matthias Beckmann und der Baudenkmalpfleger Klaus Gottschalk beide aus dem benachbarten Friesack dort mit.

Als erstes soll bis 2011 das am Altar stehende Harmonium repariert werden. "Damit wird für Außenstehende sichtbar, dass hier etwas passiert", sagt Beckmann. Denn der Verein plant, dass in Zukunft in der kleinen Kirche Konzerte stattfinden. "Mit Musik bekommen wir Leute in die Kirche", ist Beckmann überzeugt ausgehend von den Erfahrungen in anderen Gotteshäusern.

Erst einmal wird er sich aber um die Reparatur des Harmoniums französischer Bauart aus der Zeit um 1860 bis 1890 kümmern. Denn es fehlen einige Teile, und auch die Mechanik ist teils defekt.

Des Weiteren hat sich der Vorstand vorgenommen, Veranstaltungen rund um die Kirche zu initiieren. Beispielsweise ist ein Fest geplant. Und nicht zuletzt hoffen die Vereinsmitglieder, dass noch mehr Mitstreiter zu ihnen stoßen, um dabei zu helfen, dass die kleine Kirche dem Dorf lange erhalten bleibt. (Von Andreas Kaatz)

Märkische Allgemeine vom 16. September 2010

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