DENKMALSCHUTZ: Nun auch Glanz von innen

Die Dorfkirche von Buchow-Karpzow wurde etappenweise saniert

BUCHOW-KARPZOW - Es riecht nach frischer Farbe. Bänke, Empore und Pfeiler in der Buchow-Karpzower Dorfkirche bekommen ein helles Grau. Das entspricht dem Original, nach dem hier saniert wird. Malermeister Thomas Liske hält sich strikt an die historischen Vorlagen. Für ihn sind es fast die letzten Pinselstriche in dem Gotteshaus. Mitte der Woche ist Bauabnahme. Am kommenden Sonntag soll in einem Festgottesdienst gefeiert werden, dass die kleine Kirche nun auch von innen strahlt.

"Der dritte Bauabschnitt ist fertig", erklärt Harald Schöne ganz sachlich. Worte wie: "Es ist vollbracht", würden wohl auch nicht über seine Lippen kommen. Dabei hätte der Mann, der Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, Chef des örtlichen Kirchbaufördervereins und Ortsvorsteher ist, Grund dazu. Denn der heute 62-Jährige hat die Sanierung gewollt und auch maßgeblich vorangetrieben. Nicht ganz allein, mit einigen Unterstützern. Was nicht zuletzt hieß, immer wieder Geld aufzutreiben. Seit 2007 wurde die denkmalgeschützte Dorfkirche restauriert, etappenweise. Erst der hölzerne Turm und seine Glocken, dann Fassade und Dach. Und nun zum Schluss der Innenraum.

Rund 320 000 Euro hat die Sanierung insgesamt gekostet. Für die ersten beiden Abschnitte gab es auch Geld aus dem Staatskirchenvertrag. Über den ganzen Weg finanziell dabei waren der Kirchenkreis Falkensee, die Kirchengemeinde Buchow-Karpzow mit ihren 125 Mitgliedern und auch die weltliche Gemeinde Wustermark.

"Ich verspüre schon eine gewisse Erleichterung", sagt Harald Schöne und lässt seinen Blick durch den neu geputzten Innenraum der Dorfkirche schweifen, wo noch Malereimer und Leitern stehen. Die Orgel, 1723 von David Baumann erbaut und später von der Firma Schuke überarbeitet, ist noch mit Planen verhängt. Das wird sich aber bis Sonntag ändern, wenn die Kirche eingeweiht wird.

Die Elektrik, auch neu installiert, funktioniert schon. Die großen Fackellampen in schlichtem Weiß können gedimmt werden. Die Sitzheizung dagegen bleibt weiter ein Wunsch. Dafür fehlt das Geld. Ebenso für die Außenanlagen. "Zaun und Weg müssen neu gemacht werden", sagt Schöne. Drinnen warten noch die Brüstung der Orgelempore und die Patronatsloge auf ihre Restaurierung. Da man auf Fördergel kaum hoffen kann, werden Kirchengemeinde und Förderverein weiter um Spenden werben. "Es bleibt genug zu tun", sagt Harald Schöne. (Von Anke Fiebranz)

Märkische Allgemeine vom 08. September 2010

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