SANIERUNG: Kugel blieb noch leer

Richtfest am Kantower Kirchturm / Bekrönung folgt Anfang September

 
Zimmereimeister Andreas Mattner (rechts) las den Richterspruch vor.
Foto: Bels
Hannedore Reichert erklärte Jeromé Wachauf die Einlagen.
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KANTOW - Trotz des Regens waren gestern mehr als 30 Gäste zur Kantower Kirche gekommen. Dort fand das Richtfest für den Kirchturm statt. Den Richtspruch sagte Zimmermeister Andreas Mattner von der Firma Meyenburger Zimmerei, Holz- und Bautenschutz. Die Gäste mussten dafür in die Höhe schauen, denn der Zimmermann und seine Mitarbeiter standen oben auf dem Gerüst. Der Spruch war auf eine Kirche zugeschnitten, deshalb wurden auch vier Gläser zerschlagen. Zuvor hatte die 1. Vorsitzende des Vereins offene Kirche Kantow, Hannedore Reichert, einen kurzen Abriss über die geschichte des Gotteshauses gegeben. Es hat eine sehr lange Geschichte. Wann die erste Kirche in Kantow gebaut wurde, das sei jedoch nicht bekannt, so Hannedore Reichert. Es gebe jedoch Aufzeichnungen aus dem Jahr 1540, nach denen es eine katholische Kirche gegeben haben muss.

Die aktuellen Bauarbeiten begannen im November 2009 mit dem ersten Bauabschnitt. Der untere Teil des Turms wurde dann Anfang 2010 instand gesetzt. Das alles geschah auch mit Hilfe von Spenden und Fördergeldern. Für Pfarrer Jürgen Brückner, der die Bauarbeiten begleitete, war der gestrige Tag eine sehr bewegender. Die Kirche rücke immer mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit, freute er sich. Das sei auch der Hartnäckigkeit von Hannedore Reichert zu verdanken, die "fast täglich meine Telefonleitung strapaziert und alle Hebel in Gang gesetzt hat", so Brückner. "Der Turm hatte sich fast einen halben Meter geneigt, nun ist er wieder gerade", erzählte der Baupfarrer. Er glaubt, dass die Arbeiten am Kirchenschiff im kommenden Jahr mit Sicherheit angefangen werden können. Erfreut war der Pfarrer über den Zusammenhalt in der Kirchengemeinde. "Sie haben nicht nur eine Kirche gebaut, sondern eine Gemeinschaft", so Brückner. Er dankte allen beteiligten für ihr Engagement.

Grüße zum Richtfest gab es auch von der Gemeinde Wusterhausen, überbracht von Ordnungsamtsleiter Hartmut Janschke. Auch er dankte den Kantowern und allen helfern. Janschke hofft, dass die Kirche in kurzer Zeit weit über Kantow hinaus zu sehen ist und vom ehrenamtlichen Engagement erzählt.

Die für gestern geplante Verschließen und segnen der Kartuschen für die Kugel musste verschoben werden. Die Bauarbeiten waren nicht ganz fertig geworden. Die Bekrönung soll nun voraussichtlich Anfang September stattfinden. (Von Sandra Bels)

Märkische Allgemeine vom 27. August 2010

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