GESCHICHTE: Millionen-Frage

Im kommenden Jahr könnte die Sanierung der Klosterkirche beginnen wenn die Gemeinde das Geld dafür zusammenbekommt

NEURUPPIN - Seit Jahren ist sie immer wieder im Gespräch. 2011 könnte sie endlich beginnen: die dringend nötige Sanierung der Klosterkirche in Neuruppin. Auf rund eine Million Euro schätzt Pfarrerin Ilona Kretzschmar die benötigte Summe in der ersten Stufe.

Mit dem Geld sollen Bauleute beginnen, die dringendsten Schäden abzuarbeiten. Vor allem das Dach des Kirchenschiffs hat gelitten. "Aber es geht nicht nur ums Dach, sondern um die gesamte Hülle der Kirche", sagt Ilona Kretzschmar.

Was genau saniert werden muss, steht erst fest, wenn die detaillierte Planung vorliegt, die im Auftrag des Gemeindekirchenrates angefertigt werden soll. Auch die Finanzierung ist noch nicht in trockenen Tüchern. "Wir setzen auf einen Mix aus Fördermitteln und Zuschüssen", sagt Ilona Kretzschmar. Unter anderem hofft die Neuruppiner Gemeinde auf Geld vom Kirchenkreis und von der Stadt. Sicher ist bisher aber nicht einmal, wie die Gemeinde ihren Eigenanteil bezahlen soll. Pfarrerin Kretzschmar rechnet damit, dass dafür rund 100 000 Euro aufgebracht werden müssen. Ohne Weiteres kann sich die Evangelische Kirche Neuruppin diesen Betrag nicht leisten. Der Gemeindekirchenrat will sich noch verständigen, mit welchen Aktionen für die Sanierung der Kirche geworben werden könnte.

Auch der Förderverein will die Werbetrommel rühren; er hat seit seiner Gründung 2004 schon über 30 000 Euro an Spenden für die Klosterkirche zusammengetragen.

Die eine Million Euro wären nur ein Anfang. Schon vor Jahren hatten Fachleute den Sanierungsbedarf des Neuruppiner Wahrzeichens auf weit über zwei Millionen Euro geschätzt. Obwohl sie gerade einmal 100 Jahre alt sind, haben vor allem die Türme immer wieder Sorgen gemacht. Pfarrer Wolfgang Rein hat allein den Sanierungsbedarf bei ihnen auf rund 350 000 Euro geschätzt. Mit Reparaturen hat die Gemeinde versucht, die schlimmsten Schäden auszubessern. So waren 2009 Baukletterer der Kirche aufs Dach gestiegen. Sie hatten kaputte Dachsteine ersetzt und ein paar kaputte Ziegel ausgetauscht. Selbst das hatte mehrere tausend Euro gekostet. Mehr als ein Löcherstopfen war es aber nicht genug, um die Schäden nicht noch größer werden zu lassen. (Von Reyk Grunow)

Märkische Allgemeine vom 10. August 2010

   Zur Artikelübersicht