Mit vereinten Kräften für die Kirchensanierung

Harnekop (moz) Ziemlich genau zwei Stunden hat es am Freitagabend gedauert, dann war der Förderverein Dorfkirche Harnekop offiziell gegründet mit allem, was unbedingt dazu gehört. Lediglich die juristischen Formalitäten, bis er demnächst das Kürzel e. V. für den amtlichen Eintrag bei Gericht führen kann und die Gemeinnützigkeit erlangt, werden sich noch eine Weile hinziehen erste Arbeitsaufgaben für den fünfköpfigen Vorstand.

 
Spendenbox: Ulrich Winter überreicht dem Vorstand dieses gebastelte Modell. Im Vorstand sind Georg Urbanek, Anette Hirseland, Peter Briesemeister, Nora Brieger und Ute Röhl (v.l.)
© THOMAS BERGER

An dessen Spitze wählten die 18 Versammelten Peter Briesemeister einstimmig. Der war bereits im Vorfeld eine treibende Kraft. Insbesondere hatte er zusammen mit Ortsvorsteher Karsten Liebich das nunmehr dritte Treffen vorbereitet. Liebich allerdings verzichtete wegen seiner diversen anderen Aufgaben auf eine Funktion im neugegründeten Verein. Dafür ist Anette Hirseland nun stellvertretende Vorsitzende und als Mitglied im Gemeindekirchenrat zugleich besonderes Bindeglied zwischen Förderverein und Kirchengemeinde, die ja Eigentümer und damit Bauherr bei der späteren Sanierung sein wird. Ute Röhr wurde zur Schatzmeisterin, Nora Brieger zur Schriftführerin und Georg Urbanek zum Beisitzer gewählt. Gerade an den beiden Letztgenannten macht sich auch die altersmäßige Bandbreite der Engagierten von einigen jüngeren Leuten bis zu etlichen im Rentenalter fest. Ein ebenfalls einstimmiges Votum erhielten zudem die beiden Kassenprüfer Gerhard Manthei und Carola Damaszek.

Ganz arm wie eine Kirchenmaus ist der Verein übrigens nicht. So übergab Hans Jobst Liebich namens des Haeseler-Freundeskreises 172 Euro, die dieser unlängst gesammelt hatte. Und Ulrich Winter, ebenfalls unter den Gründungsmitglieder, überraschte den Vorstand mit einem gebastelten Kirchenmodell als besondere Spendenbox. Zu verschiedenen Gelegenheiten, unter anderem beim Erntefest, will der Verein Gesicht zeigen und um Spenden werben.

Immerhin rund 4200 Euro, darunter 2000 Euro von der Sparkasse, stehen zudem schon bei der Kirchengemeinde bereit, um das Baugutachten in etwa dieser Kostenhöhe auslösen zu können. Diese spezielle Untersuchung soll zeigen, wie hoch der Sanierungsbedarf im Einzelnen tatsächlich ist. Dass es sich um keine Kleinbeträge handelt, wissen allen. Bereits seit 1986 ist die schlichte Dorfkirche, von deren mittelalterlichen Feldsteinmauern die alte Putzschicht blättert, gesperrt. Die Hochzeit der jetzt stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Anette Hirseland war damals das letzte größere Ereignis, das in dem ehrwürdigen Gebäude gefeiert wurde.

Märkische Oderzeitung vom 09. August 2010

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