EINZELDENKMAL: Nicht nur der Zahn der Zeit nagt

Lübzower Kirche ist sanierungsbedürftig / Veranstaltungen sollen Spenden einbringen

LÜBZOW - Wenn nicht bald etwas passiert, dann werden die Schäden am Gotteshaus im Perleberger Ortsteil Lübzow so groß, dass das markante Einzeldenkmal nicht mehr vor dem Verfall zu retten ist. Darüber sind sich der Förderkreis Kirche Lübzow, der Gemeindekirchenrat und Pfarrer Klaus-Dieter Hanack einig. So wurde schon einiges in die Wege geleitet, um eine Sanierung vorzubereiten. Ein Konzept dazu erstellte Architekt Albrecht Küssell aus Neuhausen bei Berge.

Was noch fehlt, ist das Geld. Um bei einer möglichen Förderung den notwendigen Eigenanteil leisten zu können, soll deshalb verstärkt um Spenden geworben werden. Auftakt einer Veranstaltungsreihe zugunsten der Kirchensanierung ist ein Konzert am 14. August. Hilfreich soll auch ein Flyer sein, der über die Geschichte und den gegenwärtigen Zustand des ortsbildprägenden Gotteshauses berichtet. Wie man erfährt, wurde das Dorf im Jahre 1312 erstmals erwähnt. Die Kirche stammt aus dieser Zeit und war mit einer Länge von 10,60 Metern die wohl kleinste Dorfkirche der Prignitz. Es handelt sich um eine gotische Saalkirche. Im 19. Jahrhundert wurde sie nach Osten verlängert. Der alte Baukörper Feldsteine mit darüber gemauerten Ziegeln wurde an der Süd- und Westseite verputzt.

Ausgeprägte Schäden sind an den Dachziegeln zu erkennen. Dazu kommen gebrochene oder verschobene Dachlatten. Dies bewirkt Undichtigkeit, was wiederum schon deutliche Spuren an der Lehmdecke hinterließ: Putz fiel herunter. Eine Neueindeckung mit passenden Biberschwanzziegeln ist erforderlich. Offene Fugen im Feldsteinmauerwerk führten bereits zur etwa einen Meter hohen Durchfeuchtung an den Seitenwänden.

Ob nun am Gebälk und den Treppen, an der Kanzel oder am Gestühl der starke Holzwurmbefall ist unübersehbar.

Die Orgel baute Rudolf Piper aus Wittenberge im Jahre 1911. Sie ist seit langem nicht spielbar, es fehlen viele Pfeifen. Ziel ist der Neuaufbau einer Orgel, die den Lübzower Ansprüchen genügt.

Nun hofft der Förderkreis auf viele Spender und Besucher der geplanten Konzerte. (Von Ulrich Fischer)

Märkische Allgemeine vom 05. August 2010

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