Wieder Glockenklang in Heinsdorf nach 15 Jahren

Heinsdorf Vor drei Jahren war Heinsdorfs Kirche eine Ruine mit marodem Turm und Kirchenschiff-Resten, über die das Gras wuchs. Zur Rettung des Bauwerkes gründete sich ein Förderverein um seinen Vorsitzenden Dr. Gerhard Schliebener. Das Engagement zeigt Erfolg. Am ersten Advent sollen nach 15 Jahren wieder die Glocken läuten.

 
Vereinschef Gerhard Schliebener zeigt die beiden Glocken aus dem Jahr 1924. Nach 15 Jahren Pause sollen sie am ersten Advent erstmals wieder erklingen.
Foto: Carmen Berg

»Das klappt«, ist Gerhard Schliebener überzeugt. Beim Kirchen-Förderverein laufen bereits die Vorbereitungen für Heinsdorfs ersten Adventsmarkt, der den Rahmen für die Glockeneinweihung bieten soll. Zuversicht geben dem Verein die Erfolge der zurückliegenden Jahre. Die Hülle des Turmes ist komplett saniert. Das Kirchenschiff, von dem nur noch gut zwei Meter hohe Mauern stehen, wurde großteils von Schutt und Erde beräumt und provisorisch überdacht. Derzeit bringen Bauleute des Luckauer Unternehmens Werner das Turminnere auf Vordermann. Die Fachwerkkonstruktion müsse sicher gemacht werden, damit die Heinsdorfer sich ihren Traum vom Glockenklang erfüllen können, erklärt Gerhard Schliebener. Träger würden gewechselt, Deckenbalken teilweise ausgetauscht, Dielungen und Treppen der Turmebenen instand gesetzt, Fenster nach originalem Vorbild erneuert, zählt er auf.

Schon eingebaut haben die Handwerker einen Stahlträger, der dem 700 Kilogramm schweren Glockenstuhl Halt geben wird. Knapp 20 000 Euro schlagen für den aktuellen Bauabschnitt zu Buche, der von Kommune und Landkreis, aber auch von weiteren Förderern sowie von privaten Spendern unterstützt wird, sagt Schliebener. Die Zeichen stünden gut für insgesamt weitere 11 000 Euro aus verschiedenen Töpfen. »Davon werden der Glockenstuhl und die Glocken restauriert«, sagt er.

Die beiden Glocken stammen aus dem Jahr 1924. Sie seien in ordentlichem Zustand, doch müssten das Glockenjoch, also die Aufhängung, sowie die Klöppel gewechselt werden.

Eine Dämmung zwischen Glockenstuhl und Träger soll Erschütterungen des Mauerwerkes durch die Schwingungen verhindern. »Unsere Glocken sind groß und volltönend. Auch in Nachbardörfern werden sie gut zu hören sein«, so Gerhard Schliebener.

In den restaurierten Turm wird eine Ausstellung zur Geschichte der Kirche und des Dorfes einziehen. In weiteren Bauabschnitten soll aus dem Kirchenschiff eine Kulturstätte sowie ein Ruhepunkt für Einheimische und für Touristen werden, die über die Fläming-Skate nach Heinsdorf kommen. Dazu sind eine Sanierung der Wandreste sowie eine durchsichtige Überdachung geplant. »Doch das kostet eine sechsstellige Summe«, sagt der Vereinschef.

Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 22. Juli 2010

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