Wurmfraß ist das Hauptproblem

von mand

 
Dirk Jacob bringt nach alter Vorlage frische Farbe auf den Epitaph.
Manfred Drössler

BAD WILSNACK - Der Wurmfraß ist eines der Hauptprobleme, mit denen Restaurator Dirk Jacob in seiner Arbeit zu tun hat. So auch in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack. Der Berliner restauriert hier ein Epitaph, das an den preußischen Hof- und Kammergerichtsrat Friedrich August von Saldern (1694 -1720) und seine Frau Elisabeth Charlotta von Saldern sowie weitere Mitglieder der Familie erinnert.

"Der Zustand ist sehr schlecht, aber eigentlich auch noch sehr gut, da es nie übermalt wurde und daher noch weitgehend in seiner originalen Fassung und damit Farbigkeit erhalten blieb", meint Jacob. Einen Großteil des Epitaphs hatte der Restaurator noch vor Winterbeginn demontiert, um damit in seiner Berliner Werkstatt arbeiten zu können, wie die vier Medaillons sowie fünf Gemälde auf Kupferblechen und Portraittafeln mit dem Bildnis von Frau und Kindern.

Viele Bereiche des Epitaphs seien jedoch von Wurmfraß stark geschädigt. Eichenholz mögen die Anobien aufgrund der bitteren Gerbsäure nicht, auch Nadelholz ist nicht ganz ihr Geschmack, dafür bevorzugen sie Lindenholz, aus dem Skulpturen und plastische Schmuckstücke meist gearbeitet sind. Teilweise bleibt vom Holz nur Mehl übrig. Stark Geschädigtes wird ergänzt, noch Vorhandenes bleibt fragmentarisch erhalten, wie die Hand einer Figur, deren Zeigefinger die Holzwürmer zerschrotet haben.

"Ich hoffe, die Arbeiten im September abzuschließen und mit allen Arbeiten im Oktober fertig zu werden", meint Dirk Jacob. "Möglich wird die Restaurierung dank einer Spendensammlung durch Friedrich Christoph von Saldern sowie Geldern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz", erfuhr der "Prignitzer" vom Neuhausener Architekt Richard Albrecht Küsell, der insgesamt alle Arbeiten an und in der Wilsnacker Kirche seit Jahren fachlich begleitet.

Der Prignitzer vom 21. Juli 2010

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