Baustart an der Marienkirche

Wriezen (moz) Die Stadtpfarrkirche St. Marien in Wriezen soll zu einem multikulturellen Zentrum ausgebaut werden. Mitte August beginnt der erste Bauabschnitt. Erst wird das Mauerwerk gesichert, später soll ein Dach nach dem Entwurf des Planungsbüros Pro3 aus Seelow folgen.

Baustart an der Marienkirche  
© MOZ/Oliver Voigt

Friedhelm Zapf ist froh, dass es bald losgeht. "Alle nötigen Vorleistungen sind abgeschlossen", erklärt der ehemalige Landrat des Altkreises Bad Freienwalde. Bei ihm laufen die Fäden für die Sanierung der Marienkirche zusammen. "Ich habe damals bei der Rettung der Kirche in Frankenfelde mitgewirkt. Deshalb hat der Förderverein mich angesprochen, ob ich in Wriezen mithelfen kann", sagt Friedhelm Zapf.

Die evangelische Marienkirche ist heute das älteste Bauwerk der Stadt Wriezen. Die erste urkundliche Erwähnung war 1247, noch vor dem verliehenen Stadtrecht aus dem Jahre 1337. Die imposante Kirche wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 zerstört. Das Südschiff wurde 1951 teilweise auf- beziehungsweise ausgebaut.

Der Förderverein Marienkirche hat sich am 27. Juli 1993 gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wiederherstellung des Kirchengebäudes zu unterstützen. Die Mitglieder bemühen sich seit vielen Jahren um den Wiederaufbau des markanten Gebäudes in der Stadt. "Es soll aber keine neue Kirche werden, sondern ein multikulturelles Zent­rum", erklärt Friedhelm Zapf. Als Beispiele zählt er auf: Konzerte, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen und vieles mehr.

Ein Schritt ist schon geschafft worden: Anfang des neuen Jahrtausends wurde der Kirchturm saniert. Die Arbeiten kosteten damals mehr als eine Million Euro. Jetzt soll ein weiterer Bauabschnitt beginnen. Ab Mitte August werden die Fundamente frei- und trockengelegt, kaputte Ziegelsteine ausgetauscht, Risse verpresst und Fugen neu gefüllt. Außerdem werde manches Portal auf historisches Eingangsniveau zurückversetzt. Sie waren mit den Jahren immer mehr aufgeschüttet worden.

Auch an die späteren Besucher werde gedacht. Damit Ältere oder Behinderte ohne Probleme in das multikulturelle Zentrum kommen können, werde einige Eingangsbereiche für spätere Rampen abgesenkt.

Im Sommer 2011 sollen die Arbeiten in der Höhe beginnen. "Wir müssen aber erst schauen, wie die Substanz dort oben ist", erklärt Architekt Rainhardt Pavlitschek. Dann entscheidet sich, ob ein verwitterter Teil der Steine abgenommen werden muss oder ob auf diesen weiter aufgebaut werden kann.

Der Bauabschnitt umfasst zwei Jahre. Dann sollen die Vorbereitungen für ein Dach abgeschlossen sein. Den vor einiger Zeit ausgerufenen Architektenwettbewerb hat das Planungsbüro Pro3 aus Seelow gewonnen. "Ihr Modell ist am nächsten an der Originalsubstanz geblieben", erklärt der Kirchen-Baukoordinator.

Für die Bauarbeiten sind rund 522 000 Euro eingeplant. "Fördermittel gibt es leider nur zu 45 Prozent. Das restliche Geld muss als Eigenmittel aufgebracht werden", sagt Friedhelm Zapf. Er wünscht sich viele weitere Spender.

Die Wriezener wollen es den Beeskowern nacheifern. Unter Federführung von Knut Krüger bekam die dortige Marienkirche ein Dach samt Bekrönung.

Der Förderverein unterhält seit Jahren ein Spendenkonto: Raiffeisenbank Wriezen, Konto-Nr. 434 66 53, BLZ 170 924 04, Stichwort: Marienkirche.

Märkische Oderzeitung vom 17. Juli 2010

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