Ziegelstein-Tausch am Gotteshaus

Beeskow (moz) An der Marienkirche wird wieder gearbeitet. Die Ost- und die Südseite des Gotteshauses ist eingerüstet worden. In diesem und im nächsten Jahr wolle man in je einem Bauabschnitt verwitterte Ziegelsteine austauschen, erläuterte Knut Krüger vom Förderverein Marienorgel Beeskow. Nur für die Arbeiten an der Außenhaut des Gebäudes gebe es noch Fördermittel. Notwendig seien zwar auch Sanierungen im Innern der Kirche, doch da ruhen derzeit die Arbeiten, da dafür derzeit keine Fördermittel bewilligt werden.

 
Eingerüstet: An der Südseite der Marienkirche wurde ein hohes Baugerüst errichtet.
© MOZ/Karl-Heinz Arendsee

Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen fortgesetzt werden und Ende August abgeschlossen sein. Im nächsten Jahr wolle man sich in einem weiteren Bauabschnitt wiederum den verwitterten Ziegelsteinen widmen.

Eine weiteres großes Thema ist das bevorstehende Jubiläum der Marienkirche in Beeskow. Sie war 1511 fertiggestellt worden, 2011 kann also die 500-Jahr-Feier begangen werden. In der kommenden Woche werde sich wieder der Vorbereitungskreis treffen, kündigt Knut Krüger im MOZ-Gespräch an.

Mit dem Bau der Kirche hatte man um 1370/1380 begonnen. Immer wieder stockte der Baufortschritt, aber nach rund 140 Jahren war man soweit, dass man den Bau abschließen konnte.

Die zentrale Quelle ist hierzu das 1853 erschienene Buch von Wilhelm Ziethe "Die Liebfrauenkirche zu Beeskow und ihre Geschichte". Darin wird berichtet, dass 1511 die Kirche ihren Turm erhielt. Geweiht wurde sie wohl schon früher.

Das Kirchweihfest hatte im Mittelalter den Rang eines Hochfestes. Üblicherweise wurde als Datum der Namenstag des gewählten Schutzheiligen der Kirche gewählt. "Wann sie aber geweiht wurde, wissen wir nicht", sagte Knut Krüger am Freitag.

Nach 1511 wurde die Kirche mehrfach Raub der Flammen durch Blitzeinschlag oder Stadtbrände. Die größte Zerstörung geschah in Folge der Kriegseinwirkungen des Zweiten Weltkrieges. Sicherungsarbeiten seit 1976 erhielten die Grundsubstanz der ehemals fünfschiffigen gotischen Backsteinhallenkirche. Als Notkirche diente das 1952 wieder eingeweihte Südschiff.

Auch über ein würdiges Programm für das Jubiläum im nächsten Jahr hat sich Knut Krüger schon seine Gedanken gemacht. Einen großen Festgottesdienst müsse es geben. Der neue Bischof von Berlin-Brandenburg, Dr. Markus Dröge, hat übrigens bereits seine Teilnahme am Festgottesdienst zugesagt.

Die Brandenburgischen Sommerkonzerte könnten in Beeskow eröffnet werden, so Knut Krüger. Auch ein Reprint des Buches von Wilhelm Ziethe "Die Liebfrauenkirche zu Beeskow und ihre Geschichte" sei sicherlich wünschenswert.

Märkische Oderzeitung vom 03. Juli 2010

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