KIRCHE: Die Bekrönung ist wieder da

Haube, Kugel, Fahne und Kreuz saniert

SCHÖNFLIESS - Die Schönfließer Turmsanierung nähert sich dem Ende. "Die Fassade wurde überarbeitet, schadhafte Steine ausgetauscht und alles neu verfugt", rekapituliert Architektin Sibylle Stich die Arbeiten. Außerdem sei der Turmhelm neu eingedeckt und zimmermannsmäßig überarbeitet worden. Dazu hätte auch die Überarbeitung der Balkenanlagen gehört.

Warum sie sich gestern Vormittag zusammen mit Anke Bollhorst vom Gemeindekirchenrat und durch Zufall auch mit Pia Bücker, Mitglied vom Ortsbeirat und vom Förderverein der Dorfkirche, am Bauplatz einfand, hatte einen besonderen Grund: Die Firma Bähn-Bau und Schlosser Gerd René aus Liebenwalde hatten Haube, Kugel, Wetterfahne und Kreuz angeliefert.

Diese Teile gehören zur Bekrönung und mussten generalüberholt werden. Dabei galt es, sie unter anderem von einem dicken Anstrich zu befreien, den man ihnen bei der Sanierung 1990 verpasst haben dürfte. In die Wetterfahne sind die Jahreszahlen 1877, 1990 und nun auch 2010 eingefügt. 1877 war an das barocke Hauptgebäude der Schönfließer Dorfkirche ein Turm angefügt worden. 1990 gab es eine erste Sanierungsphase.

Zur Bekrönung zugehörig, lagen auch die kupfernen Schatullen, die 1990 von Matthias Weber angefertigt und eventuell auch bestückt wurden, bereit. Nun dürfte Marko Westphal vom Bähn-Bau seine Initialen auf der dritten Schatulle verewigen. Sie ist gefüllt mit der "Märkischen Allgemeinen" von gestern, dem aktuellen Gemeindebrief, der Festschrift von Bergfelde/Schönfließ, zwei Schriftstücken mit den Namen der beteiligten Baufirmen und Bauarbeiter sowie mit den zur Zeit gängigen Münzen.

Die drei Schatullen erhalten ihren Platz als Zeitzeugen in der Kupferkugel. Bei einer Sanierung durch spätere Generationen können sie Auskunft geben über die aktuelle gesellschaftliche und die bautechnische Situation.

Nachdem der Kirchturm, der zurzeit noch völlig eingerüstet ist, seine Bekrönung wieder erhalten hat, sind noch die ebenfalls beschädigten Glocken instandzusetzen, erläuterte Sibylle Stich. Dazu müssen alle drei herausgenommen und geschweißt werden. Und sie bekommen neue Aufhänge, an denen sie frei schwingen. "Wenn ein Glockenturm saniert wird, gehört es einfach dazu, auch die Glocken zu sanieren", so die Architektin. Der Gottesdienst anlässlich der Instandsetzung des Kirchturmes sei für September geplant, informiert Anke Bollhorst. (Von Rotraud Wieland)

Märkische Allgemeine vom 03. Juli 2010

   Zur Artikelübersicht