SANIERUNG: Ausgebaute Winterkirche gibt Säulen frei

Kein abgetrennter Raum mehr im Gortzer Gotteshaus / Arbeiten im Innern gehen weiter

GORTZ - Die Gortzer Dorfkirche hat keine Winterkirche mehr. So wurde der Raum unter der Westempore genannt, der zu DDR-Zeiten von der Hauptkirche abgetrennt worden war. Dort konnte sich die kleine Gemeinde bei geringem Platzbedarf in der kalten Jahreszeit einen beheizten Raum leisten.

Im Zuge fortschreitener Sanierungsarbeiten wurden die über 30 Jahre alten Einbauten vor wenigen Tagen beseitigt. Das Ergebnis ist verblüffend: Wer das spätgotische Gotteshaus jetzt betritt, erlebt ein neues Raumgefühl. Das durch die Kirchenfenster eindringende Licht erreicht auch die Winkel unter dem Orgelprospekt.

Als besondere Überraschung verweist Fördervereinsmitglied und Ortsvorsteher Uwe Sernow-Rose auf zwei wunderschöne hölzerne Säulen im dorintischen Stil, die einen Teil der Last der Empore aufnehmen. Sie waren bisher nicht sichtbar.

Der Rückbau fand in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde statt. Die Winterkirche gehörte ja nie zur Originalausstattung. Mit der kürzlichen Fertigstellung des benachbarten Kultur- und Begegnungshauses in der alten Schule versammeln sich die Gortzer Christen zu kleinen Gottesdiensten in den dortigen Räumen.

Nach der erfolgreichen Rettung der Gortzer Kirche vor dem Zusammenbruch durch den Förderverein, geht die Sanierung im Innern weiter. Restaurator Klaus Jacob überarbeitet die durch zahlreiche Wassereinbrüche beschädigten Wandmalereien. Die mit Weinlaub und Lutherrosen bemalte Ostseite sowie die Decke sind fertig. Jetzt sind die Wände und die reich verzierten Fensterlaibungen an der Reihe. Fehlstellen werden mit Leimfarbe beziehungsweise Tempera ergänzt. Ein Blick in die Baustelle des Kirchenschiffs ist am Sonntag ab 14 Uhr vor der Blues & Jazz Session mit Kat Baloun und der Nina Davis Band möglich. (bür)

Märkische Allgemeine vom 02. Juli 2010

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