SPENDEN: Balken für Balken

Wer zum stabilen Aufbau des Werbiger Kirchturms beitragen will, kann Stiele und Streben kaufen

WERBIG - Darf’s vielleicht ein Balken sein? Rund 40 sind noch zu vergeben. Zwischen 150 und sieben Euro das Stück – je nach Länge.

Der Förderverein Kirchturm Werbig macht dieses Angebot und versucht so, die Finanzierung des Kirchturmbaus ein weiteres Stück zu sichern. "Eigentlich soll ja im August Baubeginn sein", erklärt Vereinsvorsitzende Angela Schulze, "aber durch die im Land verhängte Haushaltssperre ist das jetzt ungewiss." Der Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming, der Werbiger Ernst Werner, befürchtet, dass sich mit einer Verzögerung des Baubeginns die Kosten erhöhen könnten. Es sei also durchaus angebracht, die Spendenaktion fortzusetzen. Den Eigenanteil von 36 000 Euro an dem mit 100 000 Euro vom Land geförderten Bau haben die Werbiger bereits zusammen. Benefizkonzerte, Einzelspenden, Sammlungen beim jährlichen Zempern und der Verkauf von extra angefertigten Souvenirs aus Werbig, haben das Konto des Vereins peu à peu anwachsen lassen.

Auf die Idee mit den Balken ist Vereinsmitglied Volker Schultze gekommen. Er hat auch gleich den ersten und wichtigsten für sich gesichert – den sogenannten Kaiserstiel, der vom Mittelschiff der Kirche bis ganz oben zum Kreuz auf der Zwiebelkuppel den insgesamt 25 Meter hohen Fachwerkturm halten soll.

Inzwischen haben viele Werbiger von nah und fern, aber auch Gäste des Ortes und allerhand Prominente, unter anderem Ministerpräsident Matthias Platzeck, Balken des Turms per Zahlung und erhaltener Urkunde zu ihrem Eigentum gemacht. Nur rund 40 der insgesamt 180 Balken sind noch zu haben, zumeist in der mittleren Preisklasse. "Die Preise entsprechen übrigens dem tatsächlichen Kaufwert der Balken", sagt Angela Schulze. Die mit acht Metern längsten und die mit 50 Zentimeter kürzesten Balken sind schon vergeben.

Jeder Käufer erhält eine Urkunde mit der der Kauf bestätigt wird. Auf der Urkunde ist eine Aufmaßzeichnung mit jedem einzelnen Balken des Turms. Auf der Zeichnung wird der jeweils gekaufte Balken markiert, so dass der Käufer genau weiß, an welcher Stelle er zur Stabilität des Turmes beiträgt.

Jetzt warten natürlich alle darauf, dass der Bau des Turms beginnen kann. Angela Schulze weiß zu berichten, dass es schon Anmeldungen für Trauungen und Taufen gibt, die aber erst stattfinden sollen, wenn der Turm endlich steht.

Wer noch einen Balken des Werbiger Kirchturms erwerben will, kann sich bei der Vereinsvorsitzenden Angela Schulze in Werbig, 03 37 46/7 24 55, oder bei der Gemeindeverwaltung Niederer Fläming in Lichterfelde, 0 33 74/69 60 melden. (Von Matthias Butsch)

Märkische Allgemeine vom 01. Juli 2010

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