Startkapital zur Kirchensanierung

Kunow (moz) Der Dorfverein Kunow hat einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Sanierung der Dorfkirche erreicht. Oder-Center-Manager Norbert Fels überreichte den Vereinsmitgliedern einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro.

 
© Christina Schmidt

Die Dorfkirche Kunow ist ein kulturhistorischer Schatz, den es zu bewahren gilt. Das haben sich die Mitglieder des Kunower Dorfvereins vorgenommen. Und sie stellen sich damit einer Mammutaufgabe. Denn der Zahn der Zeit nagt an dem Kirchenhaus: Das Dach ist undicht, der Turm steht schief und ist einsturzgefährdet, so dass die Kirchenglocke nicht mehr geläutet werden darf. Die schmückenden Elemente im Innenraum sind ebenfalls akut gefährdet und bräuchten dringend eine fachkundige Aufarbeitung. Mit jedem Jahr, das verstreicht, nehmen die Schäden zu.

Doch eine Notsicherung, mehr noch eine komplette Restauration, kostet Geld, das Kirche und Dorfverein nicht haben. Investitionen von 500 000 Euro nur für die Sanierung der Außenhaut, weitere 120 000 Euro für die Instandsetzung von Altar, Taufengel, Orgel und Kanzel, so lauten die ersten Schätzungen von Experten. Guter Rat war also teuer, als sich Rosemarie Weißmüller vom Kunower Dorfverein auf der Suche nach Unterstützern im Internet umsah. Sie stieß auf Werner Otto, den Gründer des Otto-Versandes und der ECE-Gruppe, zu dem auch das Oder-Center in Schwedt gehört.

"Ich dachte mir, ein Versuch ist es wert, als ich ihm die Schirmherrschaft über die Kirchensanierung anbot", erinnert sich Rosemarie Weißmüller. Viele Chancen rechnete sie sich nicht aus und so wurde nur die Vereinsvorsitzende Bärbel Rindt in die Idee eingeweiht. Aufregung und Freude, als dann der ersehnte Anruf kam: Statt der Schirmherrschaft unterstützt der 101-jährige Unternehmer Werner Otto, der in Schwedt und Prenzlau zur Schule ging und in Angermünde eine Lehre machte, das Engagement der Kirchenkämpfer mit 10 000 Euro.

"Meine Heimat vergesse ich nicht", ließ Werner Otto an die Kunower ausrichten. Bereits in der Vergangenheit zeichnete sich der Unternehmer durch sein gesellschaftliches Engagement aus und half etwa bei der Restaurierung der maroden Dorfkirche von Seelow. Oder-Center-Manager Norbert Fels als Überbringer des Geldsegens: "Es ist immer schwierig, einen Anfang bei Vorhaben in dieser finanziellen Größenordnung zu finden. Wir hoffen, dass damit ein Auftakt gemacht ist und sich weitere Unterstützer finden, damit dieses Kleinod bewahrt wird."

"Die Spende ist auch für die Kunower ein wichtiges Zeichen, denn sie haben uns in den vergangenen Jahren sehr unterstützt", unterstreicht Susanne Zechin vom Kunower Dorfverein. So spendeten die Einwohner bei gemeinsamen Festen und Aktivitäten rund um die Dorfkirche ebenfalls knapp 12 000 Euro.

Die Vereinsmitglieder hoffen nun, dass Bewegung in die Sanierung kommt. Auch die deutsche Stiftung Denkmalschutz war vor kurzem vor Ort und nahm die Schäden in Augenschein. Als Dank an Werner Otto sendete der Verein einen aktuellen Kalender der Kirche nach Hamburg.

Märkische Oderzeitung vom 24. Juni 2010

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