KIRCHE: Wiederauferstanden

Ökumenisches Gemeindefest zur neuerlichen Weihe der Friesacker Kirche

FRIESACK - Die helle Fassade und die roten Dachsteine heben sich in schönem Kontrast ab vom satten Grün der Bäume und Sträucher, von denen die Friesacker Kirche umgeben ist. Vor Kurzem noch war das 160 Jahre alte Haus eine Baustelle. Fassade, Dach und Eingangstüren wurden in den letzten neun Monaten saniert.

Zeit wurde es. Das 1945 fast völlig abgebrannte Gotteshaus war von Friesacker Einwohnern in den 1950er Jahren wieder aufgebaut worden. Seither wurde am Äußeren der Kirche kaum noch hand angelegt. Der Putz bröckelte, der Zahn der Zeit nagte am Gemäuer. Doch das ist nun Vergangenheit.

Mit einem ökumenischen Gemeindefest feierten evangelische und katholische Christen am Sonnabend die Wiedereinweihung der Kirche, nachdem die Außenhülle nun saniert worden ist. Zum Festgottesdienst sang der große Friesacker Kirchenchor unter Leitung von Kantor Holger Wiesner. Vor 200 Besuchern ließ Mathias Wohlfahrt, Pfarrer der Friesacker evangelischen Kirchengemeinde, die von Baubetrieben aus der Region vollbrachten Arbeiten nochmals Revue passieren. Als Ausdruck des Dankes übergab er den Handwerken eine Kerze in Form eines Pflastersteins.

Ein solches Geschenk verteilte er dann auch an die Helfer, die das ökumenische Gemeindefest organisiert und mit einem schönen Programm ausgestaltet hatten. Wie zum Beispiel Annette Wiesner. Wochenlang hatte die Gemeindepädagogin mit Mädchen und Jungen der Christenlehre geprobt. Herausgekommen ist etwas wirklich Schönes, wie die Besucher erleben durften: Unter Mitwirkung des Kirchenchores zeigten sie das Musical vom Propheten Jona.

Thomas und Sabine Heinrich aus Wagenitz zeigten ihre 3-D-Illustration der Wagenitzer Dorfkirche, womit sie 500 Euro sammelten für die Sanierung der Kirchentür. Mitglieder des Ordens vom Heiligen Geist am Blauen Bande verkauften Stifterbriefe für die Sanierung der Haager Dorfkirche. Gemeinsam ließ man bei Grillwurst und guten Gesprächen das Fest ausklingen.

Die neue Kirchenhülle kostete 250 000 Euro. Sie kamen aus den Mitteln der Städtebauförderung und von der evangelischen Landeskirche Berlin- Brandenburg-Schlesische Oberlausitz. Die Kirchengemeinde selbst steuerte 14 000 Euro bei und nahm ein Darlehen von 40 000 Euro auf. Doch auch im Inneren muss die Kirche erneuert werden. Zudem ist eine dringende Sanierung beider Friesacker Pfarrhäuser notwendig. Dazu wird demnächst ein Förderverein gegründet. (Von Norbert Stein)

Märkische Allgemeine vom 14. Juni 2010

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