BAUEN: Der neue Schiefer ist drauf

Schäden am Dachstuhl waren größer / Förderverein lädt zur Besichtigung der Brielower Kirche ein

BRIELOW - Das Brielower Kirchenschiff und die Apsis haben eine neue Schiefereindeckung. Die Männer von Dachdeckermeister Bernd Lutsch aus Niemegk sind gerade mit den letzten Handgriffen fertig. Zuvor mussten die Zimmerer der federführenden Holzbaufirma Timpe aus Belzig an der Dachkonstruktion teils knifflige Arbeit leisten. "Denn die Schäden durch den Hausschwamm waren größer als angenommen. Was erhalten werden konnte, wurde erhalten", sagt Elisabeth Elsner, die Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche.

"Wenn die Maler erst anrücken, wird nicht mehr sichtbar sein, wie viel am Dachstuhl erneuert werden musste und wo das Geld verbaut wurde", sagt Elsner. Daher besteht morgen im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kunst und Kaffee im Pfarrgarten" die Möglichkeit, sich vom Baufortschritt zu überzeugen. Neben der Vorsitzenden führen Rainer Britzmann und Jürgen Müller vom Vorstand durch die eingerüstete Dorfkirche. Auch die Orgelempore, deren äußere Pfeiler erneuert wurden, kann bestiegen werden. Das Instrument selbst ist staubsicher verpackt. Im Oktober vorigen Jahres war damit begonnen worden, das Dach auf der Nordseite aufzunehmen. Der Winter hatte die Sanierung bis Anfang März unterbrochen.

Eigentlich sollten die 150 000 Euro, die von Bund, Land, Kreis und Kirchengemeinde geflossen sind, auch noch für das Auffrischen der Fugen im Mauerwerk mit rot eingefärbtem Mörtel reichen. "Doch da die Schäden im Dachbereich umfangreicher waren, reichte das Geld nicht mehr für die Fassade", sagt Elsner. Zwar hoffen Kirchengemeinde als Bauherr und Förderverein auf weitere Zuwendung, doch die sei noch unklar. "Daher würden wir uns über schnelle Hilfe durch Spenden freuen, um die Kosten für ein erneutes Einrüsten zu sparen", so Elsner. Mindestens 20 000 Euro würden noch gebraucht, damit sich das Mauerwerk wieder so präsentiert wie früher. Das Kirchenschiff aus rotem Backstein war 1873 an den bestehenden Turm angebaut worden. Dieser wurde 2008 saniert. Als Nächstes soll es im Kircheninneren weitergehen. "Wir sind stolz darauf, was wir bisher geschafft haben", sagt die Fördervereinsvorsitzende. "Denn weitere schneereiche Winter hätte das Dach nicht mehr ausgehalten."

Eingeladen wird am Sonntag ab 15 Uhr zur Besichtigung der Kirche. Der Kaffeetisch wird im Pfarrhaus gedeckt. Näheres unter 03 38 37/2 05 30. (Von Claudia Nack)

Vor Einsturz gerettet

Claudia Nack findet das Engagement solcher Vereine wie in Brielow bewundernswert

Nach dem Turm ist nun auch das Brielower Kirchendach gerettet. Über kurz oder lang wäre es zum Einsturz gekommen. Denn der Hausschwamm hatte der Konstruktion massiv zugesetzt und einige Holzteile regelrecht pulverisiert. Die Schäden waren größer als im Vorfeld ersichtlich. Das Ergebnis der denkmalgerechten Dachsanierung kann sich sehen lassen, wovon sich Interessierte morgen überzeugen können. Daran haben das Architekturbüro Fleege + Oeser als fachliche Betreuer und die Gewerke als Ausführende ebenso eine Aktie wie Fördermittelgeber und der 24 Mitglieder zählende Förderverein. Er hat sich den Erhalt des Ensembles von Dorfkirche, Schwedenlinde und Friedhof auf seine Fahne geschrieben. Im nächsten Jahr, so Vorsitzende Elsner, soll versucht werden, Geld für das Kircheninnere aufzutreiben. So sollen die Wände, die teils neu verputzt werden müssen, gestrichen und die Altarmalerei restauriert werden. Doch zunächst ist die sanierte Dachkonstruktion zu streichen, damit zumindest das Gerüst im Gotteshaus in etwa sechs Wochen fallen kann und die Kirche wieder nutzbar ist. Dem rührigen Förderverein ist zu wünschen, dass ihn die Brielower und andere Unterstützer nicht im Regen stehen lassen.

Märkische Allgemeine vom 29. Mai 2010

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