VEREINSLEBEN: Zwischen schön und dringlich

Döllener Förderkreis will Kirche sanieren lassen / Rund 500 000 Euro erforderlich

DÖLLEN - Die Jahresmitgliederversammlung des Förderkreises "Kirche auf dem Berg zu Döllen" e. V. machte den 27 Mitgliedern Mut für ihre weitere Arbeit. 16 Gründungsmitglieder waren es vor über einem Jahr, die sich die Teilsanierung des vermutlich im 13. Jahrhundert gebauten wuchtigen Gotteshauses auf dem höchsten Standort des Dorfes zum Ziel gesetzt haben.

"Die Bilanz unserer Arbeit im Gründungsjahr des Förderkreises sieht gut aus", sagt Jürgen von Freymann, Vorsitzender des Vereins. Gemeinsam mit Schriftführerin Evelyn Diete und Schatzmeister André Grün leistet er die Vorstandsarbeit. Aber die Hauptarbeit fängt erst an.

Das Sanierungskonzept einschließlich Holz- und Statikgutachten vom Architektenbüro Schuldt aus Klein Krams in Mecklenburg-Vorpommern und vom Ingenieurbüro für Baustatiken und Sanierungsplan Ibs in Hoppegarten sieht einen Finanzierungsbedarf von rund 500 000 Euro vor. Beim Förderkreis ist man dankbar, dass der Kirchenkreis die Konzeptkosten von 3500 Euro bezahlt hat. Laut Finanzbericht des Schatzmeisters beträgt das Vermögen des Döllener Förderkreises seit dem Start etwa 5500 Euro, zusammen- gekommen durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. "Das heißt, wir und die Döllener müssen jetzt verstärkt um Spenden werben", so von Freymann. Dabei zähle jegliches Bemühen, auch solches: Wer einen kenne, der einen weiß, der nicht weiß, wohin er mit seinem Geld soll ..., sagte von Freymann.

Es gab Vor-Ort-Termine zur Ermittlung des Sanierungsbedarfes in und an der Kirche sowie Beratungen. Teilnehmer waren unter anderem Vertreter des Landeskirchenbauamtes, des Bauausschusses des Kirchenkreises, von der unteren Denkmalbehörde, von den genannten Ingenieurbüros, vom Gemeindekirchenrat Döllen/Zarenthin und vom Förderkreis. "Es wurden Prioritäten festgelegt, etwa nach dem Motto, was dringlich ist und was schön wäre", schilderte von Freymann. Auch, dass die Architekten beauftragt seien, erforderliche Bauabschnitte nach Dringlichkeit aufzuteilen. Zu den Prioritäten zählt die Sanierung des Kirchendaches. Die Kosten dafür sind mit rund 170 000 Euro veranschlagt worden. Zu "schön" zählen die von Freymann favorisierten einstigen Dachreiter als Zierde der Kirche, aber "dringlich" seien sie nicht.

Das erste große Sanierungsvorhaben am Dach wird jetzt im Kirchenkreis ins Gespräch gebracht durch den Baubeauftragten des Kirchenkreises, Pfarrer Thomas Hellriegel aus Heiligengrabe. Es geht um die Einbeziehung in die kirchenkreisliche Planung. Die Dachsanierung soll in Etappen vollzogen werden. Nach Aussagen des Vereinsvorsitzenden benötigt der Förderkreis dieses Jahr noch keinen eigenen Finanzplan. Aber er will Mitglied im Förderkreis Alte Kirchen Berlin/Brandenburg e. V. werden und auch dort Starthilfen für das Sanierungsvorhaben beantragen. Ansonsten steht Klinkenputzen an. Zum Beispiel bei Kreditinstituten, Stiftungen, beim Land wegen Lottomitteln, überhaupt bei allen möglichen Förderinstitutionen, bei denen Anträge gestellt werden können.

"Außerdem wollen wir prüfen, ob wir kleinteilige Vorhaben mit Eigenmitteln, immer in Abstimmung mit dem Kirchenkreis und dem Denkmalamt, realisieren können", erklärte von Freymann. So ein kleines Vorhaben im ersten Abschnitt der Fassadensanierung wären so genannte Notsicherungsarbeiten im Bereich Kirchenschiff und -turm. Man geht vorerst von etwa 5000 Euro Kosten aus. (Von Hajo Nitschke)

Märkische Allgemeine vom 19. April 2010

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