Chance für Forster Kirchbau-Vorhaben

Forst Die Umsetzung der Pläne für die weitere Verschönerung der Forster Stadtkirche St. Nikolai rückt in greifbare Nähe. Mit Hilfe von Geld aus dem EU-Fördertopf Interreg IV sollen 350 000 Euro in Bauprojekte, wie den Bau eines neuen Altarraumes, gesteckt werden. Noch im Juni könnte über das Geld entschieden werden.

 
Das Modell für den Altarraum der Forster Stadtkirche.
Foto: privat

"Das ist ein umfangreiches Werk", sagt Pfarrer Christoph Lange. Er meint damit den komplizierten Fördermittelantrag für das Geld, das möglicherweise noch in diesem Jahr in Bauvorhaben in der Stadtkirche St. Nikolai fließen könnte. Derzeit würde der Antrag vom Deutschen ins Polnische übersetzt und demnächst abgeschickt. Denn letztlich wird in Warschau über die Vergabe der Fördermittel entschieden.

Laut Pfarrer Lange könnte dort bereits im Juni ein Komitee die Weichen stellen. Bei einem "Ja" aus Warschau könnten ab September etwa 350 000 Euro in die Wunschprojekte der evangelischen Gemeinde und des Kirchbauvereins fließen. Genau 15 Prozent der Summe müssten als Eigenanteil aufgebracht werden.

"Wir sind besonders dankbar, dass die Stadt uns unterstützt", sagt Pfarrer Lange. Insbesondere die Abteilung Wirtschaftsförderung helfe mit viel Sachverstand durch das komplizierte Verfahren.

Nebenbei wachse zudem die Beziehung zu der Nachbargemeinde im polnischen Lubsko. Denn laut Christoph Lange sie nur ein Antrag auf Fördergeld möglich, wenn Antragsteller auf deutscher und polnischer Seite zusammenarbeiten. Die katholische Gemeinde in Lubsko braucht das Geld für eine neue Orgel.

Durch die Kontakte sei die Idee von gemeinsamen Konzerten entstanden. Christoph Lange: "Es gibt demnächst kulturelle Veranstaltungen der Kirchengemeinden auf polnischer und deutscher Seite."

Hintergrund:
Die Baupläne für die Kirche

* Zentraler Bestandteil der Bau-Pläne ist die Gestaltung des Altarraumes. So könnten die Fenster links und rechts des Altars durch den Brandenburger Künstler Helge Warme neu gestaltet werden. In der Mitte ist ein Kirchenkunstwerk Warmes geplant.

* Die Sicherung der Kirchengruft mit dem Sarg des Grafen von Brühl ist ein weiterer Schwerpunkt. Sie braucht unter anderem eine funktionierende Lüftung. Bisher ist es beschwerlich, den Raum unter der Kirche zu besichtigen.

* Moderne, behindertengerechte Toiletten sollen das alte WC ersetzen. Damit könnte künftig der insbesondere für ältere und behinderte Menschen beschwerliche Weg in den Keller entfallen

"Das ist etwas ganz Besonderes"

 
Der Künstler Helge Warme

Der Künstler Helge Warme (Foto) aus Brieselang wäre nach eigenen Angaben sehr glücklich, wenn er das Altarprojekt in Forst umsetzen könnte. "Das ist etwas ganz Besonderes", sagt er. Heutzutage sei es sehr selten, dass Künstler Sakralräume interpretieren könnten.

Mit seinem Entwurf würde "der Strahlkraft der großen Chorfenster in der Kirche noch etwas hinzugefügt". Zur Umsetzung solcher Projekte brauche es jedoch immer "den langen Atem aller Beteiligten". Helge Warme hat bereits die Gestaltung der Hauptfenster in der barocken Stadtkirche übernommen. Der Künstler hat zudem an der Gestaltung der Trauerhalle in Eulo mitgearbeitet. Auch die Glasgestaltung in der evangelischen Stadtkirche in Guben trägt seine Handschrift.

Von Jan Selmons

Lausitzer Rundschau vom 25. März 2010

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