In der Orgel weht frischer Wind

Von Elke Schlegelmilch

 
Christian Schnuppe am Blasebalg der Dorfkirche Gosen.
Foto: Elke Schlegelmilch

Gosen (MOZ) Nicht nur der neu gepflasterte Kirch-Vorplatz, sondern auch das motorgetriebene Gebläse für die Orgel stehen auf der Habenseite der Bilanz des Fördervereins Dorfkirche Gosen für 2009. Als nächstes soll nun in diesem Jahr die Heizung des Gotteshauses modernisiert werden.

Christian Schnuppe, der Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Gosen, weiß aus eigener Erfahrung, wie anstrengend es sein kann, den Blasebalg für die Orgel zu bedienen, um den für den Betrieb des Instruments nötigen Luftstrom zu erzeugen. "Ich hab ' das jahrelang gemacht", sagt er und demonstriert bereitwillig, wie das alte Gebläse - auch Windwerk genannt - mit einem hölzernen Hebel an der Orgel-Außenseite per Hand bedient wird.

Das ist seit Ende vorigen Jahres nicht mehr nötig. "Denn unsere historische Orgel bekam endlich frischen Wind", erzählt Schnuppe. Mitarbeiter der Orgelbaufirma Alexander Schuke aus Werder an der Havel haben auf einer Wandkonsole im Orgel-Inneren einen Gebläsemotor platziert, in einem schallisolierten Gehäuse "So ist der Motor unsichtbar und - noch wichtiger - fast unhörbar untergebracht, sodass die Orgel nun häufiger und einfacher für Konzerte genutzt werden kann."

Apropos Konzerte: Der Förderverein zieht mit seinem abwechslungsreichen Veranstaltungsangebot zunehmend Besucher in die Gosener Kirche. "Möglichst jeden Monat eine Veranstaltung, das ist unser Ziel", so Schnuppe, der die Gelegenheit nutzt, auf das nächste Highlight hinzuweisen: Am Sonnabend, dem 27. März, kann das Publikum in der hiesigen Kirche, ab 19 Uhr, eine musikalische Reise durch Europa mit dem Ensemble "Weltruf"erleben.

Das moderne Orgelgebläse ist nicht das einzige Positive, das die Vereinsmitglieder für 2009 auf der Habenseite ihrer Arbeit zum Erhalt des historischen Kirchengebäudes verbuchen können. "Neben vielen kleineren Dingen haben wir es auch geschafft, den Vorplatz der Kirche herzurichten. Die beiden Zugänge wurden fachmännisch gepflastert, die Treppenstufen begradigt und neu befestigt."

Dass sich der Förderverein in seinem rund zweijährigem Bestehen in der Gemeinde etabliert hat, ist dem Engagement seiner rund 20 Mitglieder zu danken, davon 15 Aktive, die sich regelmäßig mit Fleiß und Begabung einbringen, so Vereins-Chef Schnuppe. Aber viele Menschen hätten mit großen und kleinen Spenden auch zur Finanzierung beigetragen, ebenso wie die Gemeinde Gosen-Neu Zittau. Das neue Orgelgebläse zum Beispiel, teils vom Verein, teils von der Gemeinde finanziert, habe rund 3200 Euro gekostet.

Das nächste Vorhaben ist bereits in Planung. "Wir wollen in diesem Jahr die Warmluftheizung von Kohle auf Erdgas umstellen - danach können wir ganzjährig, also auch im Winter,Veranstaltungen in der Kirche anbieten", erläutert Schnuppe. Und die Finanzierung? "Wir haben als Verein in den letzten zwei Jahren Rücklagen gebildet." Und die Gemeinde steuere dankenswerter Weise 10 000 Euro aus ihrem Haushalt bei. "Zudem wollen wir Eigenleistungen erbringen, da, wo der Heizungsfachmann nicht gefragt ist, also bei Abriss, Entsorgung und Maurerarbeiten", kündigt der Vereinsvorsitzende an.

Märkische Oderzeitung vom 17. März 2010

   Zur Artikelübersicht