BILANZ: "Der Pilgerweg lebt"

Förderverein Wunderblut-Kirche blickt auf erfolgreiches Jahr 2009 zurück

BAD WILSNACK - Der Förderverein Wunderblut-Kirche Sankt Nikolai Bad Wilsnack kann auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurückblicken. In seinem Bericht verwies Vorsitzender Jochen Purps jüngst bei der Mitgliederversammlung auf die Teilnahme an der Grünen Woche in Berlin, wo Ausschnitte aus den Wunderblutfestspielen gezeigt wurden. Bei der Baltischen Woche im März wurde in einem Konzert die "Estnische Messe" aufgeführt. Der Verein stellte zwei Erläuterungstafeln an der Kirche auf, führte im April eine Journalistengruppe auf dem Pilgerweg, organisierte eine Karikaturenausstellung in der Kirche und führte das Pilgerfest 2009 durch, erläuterte Purps.

Im September präsentierten die Mitglieder "Theater auf dem Pilgerweg". Die Idee war, dem Weg "noch mehr Leben einzuhauchen", so Purps, denn hierbei begeben sich Zuschauer und Darsteller auf eine gemeinsame Pilgerreise. Im November fand in Protzen die Jahresauswertung zum Pilgerweg statt, wozu Wegpaten und Gastgeber aus allen Abschnitten des Pilgerwegs von Bötzow über Fehrbellin, Wusterhausen bis nach Klein Leppin angereist waren. Auch ein Pilger aus Berlin war gekommen und berichtete stellvertretend für die etwa 500 Pilger des Jahres 2009 über Freud und Leid seiner Wanderung.

Nach wie vor bleibt die Pflege der Ausschilderung eine Hauptaufgabe des Vereins, wobei die Pilger durchweg zufrieden mit den Wegemarkierungen sind. Eröffnet werden soll die diesjährige Pilgersaison in Bad Wilsnack am 9. Mai um 14 Uhr mit einer Skulpturenausstellung und einem Orgelkonzert um 16 Uhr. Angesichts der vielen Wanderer stellte Purps fest: "Der Pilgerweg lebt tatsächlich."

Der Verein, zu dem rund 50 Mitglieder gehören, hat sich das Pilgerzeichen mit den drei Hostien als Wegmarke patentamtlich schützen lassen. "Es bleibt eine Aufgabe für alle, um Mitgliedschaft zu werben", forderte der Vorsitzende, der ebenso wie die anderen Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt wurde.

Die Kirchgemeinde kann ebenfalls viele Bauprojekte im Jahre 2009 zurückschauen. So wurde untersucht, woher die Feuchtigkeitsschäden an der nordwestlichen Außenwand kommen. Ergebnis: Die Kirche steht 65 Zentimeter tief im Erdreich. So hoch wuchs die Umgebung im Laufe der Zeit an. Der Hochaltar wurde restauriert. Die Vereinsmitglieder blätterten interessiert in der Dokumentation, die dazu angefertigt wurde. Die Restauratoren fertigten eine Rekonstruktion des Freskos der Anna Selbdritt, das an der äußeren Westwand der Wunderblutkapelle freigelegt worden war. Auf der Empore der Wunderblutkapelle wurden Temperatur- und Feuchtigkeitsmessgeräte eingebaut. Die Turmuhr wurde instandgesetzt. Der Förderverein könnte sich die noch die Erneuerung des Zifferblattes und des Schlagwerkes auf seine Fahnen schreiben. Ferner begann die Restaurierung des linken Saldern-Epitaphes. Im Jahre 2010 soll als größtes Projekt eine besucherfreundlichere Gestaltung der Räume der Kirchgemeinde erfolgen, um auch ein Quartier für Pilger anbieten zu können. Seit 2005 hat sich die jährliche Kirchbesucherzahl auf 24 000 fast verdoppelt. (Von Wolfram Hennies)

Märkische Allgemeine vom 17. März 2010

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