Kirchturmsanierung in Guben als Sommervorhaben

Guben/Gubin Mit großer Freude haben Vertreter des Gubener Fördervereins für den Wiederaufbau der einstigen Gubener Stadt- und Hauptkirche und der Gubiner Stiftung darauf reagiert, dass das Wiederaufbauprojekt zu jenen Vorhaben gehört, für die der deutsch-polnische Begleitausschuss am Mittwoch Fördermittel bewilligt hat (die RUNDSCHAU berichtete). "Das ist ein großer Erfolg der Initiatoren auf beiden Seiten", sagte Günter Quiel vom Förderverein während eines Pressegespräches.

 
Die Kirchenruine in Gubin.
Archivfoto: Toralf Schirmer

Für das Vorhaben in Gubin bewilligte der Ausschuss rund 1,2 Millionen Euro. Die konkreten Zahlen könnten allerdings erst zur Vertragsunterzeichnung genannt werden, da es bis dahin beispielsweise durch Auflagen des Begleitausschusses noch zu finanziellen Veränderungen kommen könne, war von Carsten Jacob vom Gemeinsamen Technischen Sekretariat in Zielona Gora zu erfahren. Mit dem Votum des Ausschusses sei aber klar, dass die deutsch-polnische Projekt-idee nunmehr in die Praxis umgesetzt werden könne, so Jacob weiter.

"Ausschlaggebend für die Entscheider war, dass wir, wenn wir das schaffen, uns tatsächlich zu einer Euromodellstadt entwickeln. Wir sind alle stolz", sagte Quiel.

Mit dem Geld solle zum einen die Sanierung des Turmes der Kirchenruine realisiert werden. Zum anderen soll eine Bauhütte gegründet werden, bei der es sich um die Leitung der Bauarbeiten handelt, die sich aber auch um kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen kümmern werde. Dritter Verwendungszweck ist die Ausschreibung eines Architekturwettbewerbes, der sich mit der Gestaltung des Hallenschiffes befassen wird. Quiel hofft, dass der Bewilligungsbescheid bis Mai dieses Jahres in Gubin eintrifft. Dann folgen die Ausschreibung und die Vergabe der entsprechenden Arbeiten.

Eventuell im Juli oder August könne die Sanierung des Turms beginnen. "Wir müssen bis dahin entscheiden, was in den Zwischenräumen passiert." Er könne sich die Darstellung der Geschichte der Stadt, der Kirche oder des Weinbaus vorstellen, aber auch einen Raum, in dem die gemeinsamen Ziele der Stadtentwicklung präsentiert werden.

Die Fördermittel müssten innerhalb eines Zeitraumes von 26 Monaten verwendet werden, also bis etwa zur Mitte des Jahres 2012. Doch vielleicht sei schon zum Frühlingsfest im Jahr 2011 die Begehung des Turmes möglich.

Noch mehr Geld

Eine weitere positive Nachricht brachte die Vorsitzende der Gubiner Stiftung, Gabriela Luc-Bardzik, zum Pressegespräch mit. Demnach habe das Warschauer Kulturministerium weitere Fördermittel in Höhe von rund 400 000 Zloty bewilligt. Diese sollen zur Sicherung des Bauwerkes eingesetzt werden, so die Orientierung.

Von Thomas Engelhardt

Lausitzer Rundschau vom 15. März 2010

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