DENKMALSCHUTZ: Ein Haus zum Beten und für Ausstellungen

Pessiner Gotteshaus ist "Dorfkirche des Monats März" / Förderverein hat sich gegründet

PESSIN - Die Pessiner wollen jetzt Nägel mit Köpfen machen. Damit es ihrer Dorfkirche bald wieder besser geht, haben sie vor kurzem einen Förderverein Dorfkirche Pessin ins Leben gerufen. Und dass sie auf dem richtigen Weg sind, zeigt jetzt eine besondere Auszeichnung: Das mehr als 500 Jahre alte Gotteshaus ist vom Förderkreis "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V." zur Dorfkirche des Monats März gekürt worden.

Der Förderkreis unterstützt seit 1990 die Erhaltung, Instandsetzung und Nutzung der Kirchenbauten in der Region. Und die Kirche Pessin hat dies dringend nötig, denn die letzte Sanierung liegt rund 70 Jahre zurück. Mittlerweile nagt der echte Hausschwamm kräftig am Mauerwerk und unter der Nordempore, so dass auch schon die Orgel in Sicherheit gebracht werden musste. Außerdem gibt es erhebliche Schäden an der Fassade und an der Kirchendecke. Zudem ist der weithin sichtbare Turm wegen einer baufälligen Treppe nicht mehr begehbar. Und schließlich gab Ende des vergangenen Jahres auch noch der Fußboden im Eingangsbereich nach, die Kirche musste gesperrt werden. Mit Hilfe von Spenden und Eigenleistungen der Dorfbewohner gelang es schließlich, den Gottesdienst zum Heiligabend in der Kirche zu ermöglichen.

Und genau dieses Engagement der Pessiner wünscht sich der Förderverein auch für die nächsten Bauetappen. "Wir haben uns als erstes die Beseitigung des Hausschwamms auf die Fahne geschrieben", sagt Sven Sengebusch, der gemeinsam mit Elsa Götsch und Andreas Flender im Vorstand des Fördervereins ist. Und dieser will nicht nur den baulichen Zustand des Gotteshauses verbessern, sondern hat sich auch zum Ziel gesetzt, Kunst und Kultur rund um die Pessiner Dorfkirche zu unterstützen und den Denkmalschutz zu fördern.

In Zukunft soll die Kirche nicht nur ein Ort für Gottesdienste sein, sondern auch für Seminare, Lesungen, Dauer- und Wanderausstellungen sowie Konzerte. Auf diese Weise soll nicht nur Leben einziehen ins Gebäude, sondern auch um Spenden geworben werden. Beim ersten Konzert am Sonntag, dem 2. Mai, werden Musiker des Berliner Rundfunk-Sinfonieorchesters zu Gast sein, aber auch im Herbst und zur Weihnachtszeit soll Musik die Kirche erfüllen. Fürs nächste Jahr ist sogar eine Theateraufführung geplant. Auch den Turm will der Verein in Zukunft touristisch nutzen, schließlich führt der Havelland-Radweg durch den Ort. So hätten Radwanderer und andere Gäste dann in luftiger Höhe einen guten Ausblick in die Umgebung und insbesondere in Richtung Naturpark Westhavelland.

Bevor jedoch größere Veranstaltungen stattfinden können, ist noch einiges zu tun. So muss beispielsweise unbedingt eine Sanitäranlage eingebaut werden. (Von Andreas Kaatz)

Märkische Allgemeine vom 10. März 2010

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